Testtag 1 in Estoril 1988

Wie schon in den vergangenen Jahren, so war der erste Test auch diesmal wieder in Estoril. Während nun 26 Fahrzeuge zugelassen waren und die freien Spots auf der Strecke kleiner wurden, fielen vorallem Zakspeed, Tyrrell, AGS, Benetton und Ferrari durch Ausfälle auf. Zugleich werden nur noch McLaren, Ferrari, Arrows, Lotus und Zakspeed auf einen Turbomotor setzen. Der Rest fährt mit Saugmotoren, aber dafür ohne Begrenzung der Spritmenge.

Die einzelnen Teams in der Zusammenfassung:

=McLaren=
McLaren schaffte es beim ersten Test mit Senna und Prost die ersten beiden Plätze zu belegen. Man bleibt jedoch vorsichtig und sieht sich nicht in der Favoritenrolle.

=Lotus=
Mit Patrese schaffte es Lotus zumindest dritte Kraft zu sein, Nakajima hatte hingegen starke Probleme mit dem Handling des Wagens und war eher im hinteren Feld zu finden.

=Williams=
Williams war hinter McLaren das schnellste Team und ist damit sehr zuversichtlich. Man geht davon aus, dass die Saison durch Ferrari bestimmt wird, da diese am Ende der letzten Saison das beste Team waren. Man war in Estoril weit vor den Italienern und glaubt daher an den Titel.

=Ferrari=
Ferrari hatte mit Berger einen Motorschaden zu verzeichnen und verlor wertvolle Zeit. Alboreto konnte sich unterdessen an die Williams anschließen, so dass man von einer konkurrenzfähigen Saison ausgeht.

=EuroBrun=
EuroBrun hat die Reste von Brabham übernommen und konnte so beim ersten Test mit de Cesaris sich hinter Ferrari platzieren. Im zweiten Fahrzeug sitzt Capelli, der deutlich langsamer war und eher im hinteren Feld zu finden ist.

=Larrousse=
Lola und Larrousse haben sich für 1988 zusammen getan und werden mit Alliot die Saison bestreiten. Man platzierte sich im guten Mittelfeld und hofft daher auf einige Rennen in den Punkten.

=Benetton=
Benetton konnte sich im Vergleich zum Vorjahr steigern und auch wenn man keinen Turbo hat, so ist man an Ferrari dran. Das Team will daher zeigen, dass man auch mit einem Saugmotor um Siege fahren kann.

=AGS=
Das französische Team geht dieses Jahr mit Streiff an den Start und konnte sich zumindest in Estoril im Mittelfeld platzieren. Insgesamt scheint man wohl dieses Jahr etwas näher an den Punkten zu sein und erwartet daher eine gute Saison.

=Arrows=
Das britische Team setzt weiterhin auf Warwick und Cheever, jedoch machte der Megatron Motor einige Zicken. Man schaffte es nicht auf schnelle Runden zu kommen und muss nun noch einiges an Arbeit in den Wagen stecken, um der Favoritenrolle der Turbos gerecht zu werden.

=Tyrrell=
Mit Palmer und Nannini geht Tyrrell in die 1988er Saison, beide waren jedoch etwas hinter den Erwartungen. Zwar ist Palmer noch am Mittelfeld dran, aber Punkte sollten nur schwer möglich sein.

=Minardi=
Die Italiener von Minardi setzen dieses Jahr auf Campos und den F3000 Sieger Modena. Während Campos gut im Mittelfeld war, musste sich Modena erst mit dem neuen Wagen vertraut machen. Man bleibt dennoch optimistisch und sieht sich besser aufgestellt, als im Vorjahr.

=Zakspeed=
Das deutsche Team wird mit Ghinzani und Schneider die Saison bestreiten, hatte jedoch einen katastrophalen Auftakt. Bei beiden Fahrern gab der Turbo auf, während beide sehr langsam waren. Es braucht noch einiges, damit man zumindest mit dem Feld mithalten kann.

=March=
In diesem Jahr startet erneut Thomas für March, während er mit Joey Davis einen Rookie als Teamkollegen bekommen hat. Man hat daher Davis sich eingewöhnen lassen, während Thomas Funktionstests und auf Rennpace gegangen ist. Er beschrieb das Fahrverhalten aus sehr gutmütig und sehr angenehm, einzig in schnellen Kurven brach ihm unvermittelt das Heck aus. Daran muss das Team noch dringend arbeiten. Dazu kam ein Missverständnis mit Alliot, wodurch Thomas einmal neben die Strecke ausweichen musste. Insgesamt hat das Team noch nicht die eigentliche Pace zeigen können und so war Thomas nur 17., eine halbe Sekunde vor Davis.

=Ligier=
Ligier fährt 1988 mit Arnoux und Brundle. Insbesondere letzterer konnte positiv überraschen und war sogar vor den Benettons zu finden. Arnoux war 0,3 Sekunden langsamer. Das Team sieht sich viel besser aufgestellt, als 1987 und erwartet daher regelmäßig Punkte.

Thomas Niemayr