2025 – COTA

Beim Großen Preis der USA auf dem Circuit of the Americas erlebte Tsuyoshi nach einem misslungenen Qualifying eine Enttäuschung am Samstag und musste das Rennen vom 15. Startplatz aus in Angriff nehmen. Beim Erlöschen der Startampel bewies der Williams Pilot jedoch ein perfektes Auge für die Situation. Während sich das Feld in der engen ersten Kurve innen extrem staute, wählte er mutig die Außenbahn, umging das gesamte Getümmel und katapultierte sich sensationell bis auf den achten Rang nach vorne.

Hinter dem Japaner lauerte nun allerdings der heranstürmende Norris, gegen dessen überlegenen Boliden Tsuyoshi auf den Geraden keine Chance hatte und den McLaren noch in der ersten Runde wieder passieren lassen musste. Teamkollege Sainz versuchte die Gunst der Stunde umgehend zu nutzen, um ebenfalls am Japaner vorbeizugehen, doch Tsuyoshi positionierte seinen Wagen geschickt und blockte den teaminternen Angriff erfolgreich ab.

In der Folge zog die Spitzengruppe nach vorne unaufhaltsam davon, während sich Sainz und Lawson direkt im Heck des Williams festbissen. Die Verfolgergruppe belauerte sich rundenlang Stoßstange an Stoßstange, bis Lawson gegen Rennhalbzeit den Anschluss verlor und abreißen lassen musste. Erst in den absoluten Schlussrunden fand Tsuyoshi seinen optimalen Rhythmus wieder, setzte sich auch von seinem Teamkollegen Sainz entscheidend ab und sicherte den neunten Platz souverän ab.

Den Sieg in Texas feierte Charles Leclerc vor Lando Norris, Oscar Piastri, George Russell, Andrea Kimi Antonelli, Max Verstappen, Yuki Tsunoda, Lewis Hamilton, Tsuyoshi und Carlos Sainz.

In der Gesamtwertung führt Oscar Piastri nun mit 59 Punkten Vorsprung vor Lando Norris, gefolgt von Max Verstappen, Charles Leclerc und Andrea Kimi Antonelli. Tsuyoshi behauptet weiterhin den achten Platz in der Fahrerweltmeisterschaft, während Williams den fünften Rang bei den Konstrukteuren erfolgreich verteidigt.

Hinter den Kulissen des Fahrerlagers sorgten die Entwicklungen für maximalen Zündstoff in den Medien. Bei McLaren verhärten sich die Fronten im teaminternen Titelkampf zusehends. Lando Norris glaubt weiterhin fest an seine WM Chancen und verteidigte das gesamte Rennen über mit dem Messer zwischen den Zähnen knallhart gegen Oscar Piastri. Obwohl der britische Rennstall in Austin vorzeitig den Konstrukteurstitel perfekt machte, herrschte bei den Feierlichkeiten eine eisige Stimmung, da Lando Norris meist sichtlich isoliert und getrennt von Oscar Piastri, Andrea Stella und Zak Brown gesehen wurde.

Bei Mercedes goss George Russell nach seinem teaminternen Erfolg direkt neues Öl ins Feuer und verkündete selbstbewusst, dass er auf der Strecke bewiesen habe, der bessere Fahrer im Team zu sein und ihm der Status der Nummer eins zusteht. Teamchef Toto Wolff bremste den Briten in den Interviews jedoch umgehend ein und ermahnte ihn deutlich, dass Russell dauerhaft mit Leistung glänzen muss, wenn er das Team anführen will. Wolff betonte vielsagend, dass er sich momentan nicht sicher sei, ob George Russell der geborene Leader für die Zukunft des Teams ist.

Im Lager von Red Bull herrschte derweil pure Ernüchterung, da der Bolide auf der welligen Strecke überhaupt nicht funktionierte und die Plätze sieben und acht von der Teamführung lediglich als Schadensbegrenzung verbucht wurden.

Die Gazzetta dello Sport feierte unterdessen den triumphalen Sieg von Charles Leclerc frenetisch ab. Das italienische Blatt malte sich in epischen Berichten aus, was in dieser Saison alles möglich gewesen wäre, wenn die Scuderia von der ersten Station an ein so konkurrenzfähiges Auto hingestellt hätte. Im selben Atemzug nahmen die Journalisten jedoch erneut Lewis Hamilton ins Visier und fragten mit zunehmender Schärfe, welche Berechtigung die Anwesenheit des teuren Briten im Team überhaupt noch hat.

Tsuyoshi Nakamoto