2025 – Singapur

Beim anspruchsvollen Nachtrennen in Singapur nahm Tsuyoshi den Grand Prix vom zehnten Startplatz aus in Angriff und erwischte einen glänzenden Start. Bereits in den engen ersten Kurven bewies der Williams Pilot ein perfektes Auge, machte direkt drei Positionen gut und schob sich auf den siebten Rang nach vorne. Dort fand er sich jedoch umgehend im Getriebe von Norris wieder, gegen dessen überlegenen McLaren er aus eigener Kraft auf dem engen Straßenkurs kein entscheidendes Manöver lancieren konnte. Da gleichzeitig der Vorsprung nach hinten auf Gasly von Runde zu Runde anwuchs, fand sich Tsuyoshi schon bald in einer völlig einsamen Lücke im Mittelfeld wieder.

An dieser komfortablen, aber fahrerisch anspruchsvollen Situation änderte sich über die gesamte restliche Distanz nichts mehr. Tsuyoshi war unter dem gleißenden Flutlicht quasi sein eigener Feind und musste bei der extremen Hitze lediglich die Konzentration hochhalten, um den Boliden von den tückischen Betonmauern fernzuhalten. Das Vorhaben gelang dem Japaner nach einem langen und für ihn ereignislosen Rennen fehlerfrei, sodass er die Zielflagge völlig ungefährdet auf der siebten Position überquerte und wichtige Punkte einfuhr.

Den Sieg in Asien feierte Andrea Kimi Antonelli vor Charles Leclerc, Max Verstappen, Oscar Piastri, Lando Norris, George Russell, Tsuyoshi, Pierre Gasly, Gabriel Bortoleto und Yuki Tsunoda.

In der Meisterschaft baut Oscar Piastri seine Führung leicht aus und liegt nun 62 Punkte vor Lando Norris, gefolgt von Max Verstappen, Charles Leclerc und Andrea Kimi Antonelli. Tsuyoshi klettert in der Fahrerwertung weiter nach oben und belegt nun den achten Platz direkt vor seinem Teamkollegen Carlos Sainz, während Williams den fünften Rang bei den Konstrukteuren zementiert.

Hinter den Kulissen kochten die Emotionen nach dem packenden Nachtlauf im Fahrerlager komplett über. Die Gazzetta dello Sport feierte das nächste Podium von Charles Leclerc enthusiastisch, goss im selben Atemzug aber wieder gewohnt bitteren Spott über den Teamkollegen aus. Das Blatt fragte sich öffentlich und mit scharfer Kritik, warum der Rekordweltmeister Lewis Hamilton mit dem absolut identischen Material auf einem indiskutablen 13. Platz landete. Zudem klagten die italienischen Journalisten, dass die Scuderia diese starke Form viel eher in der Saison gebraucht hätte, um endlich wieder ein echtes Wort um die Weltmeisterschaft mitzureden.

Bei Mercedes herrschte trotz des Sieges eine extrem eisige Stimmung. George Russell zeigte sich nach dem Rennen regelrecht tottraurig und tief deprimiert, da sein junger Teamkollege den triumphalen Sieg einfuhr, während er selbst sich mit dem sechsten Platz zufriedengeben musste. In den Interviews betonte er trotzig, dass er sich eigentlich als den zukünftigen Champion des Teams sieht.

Ein gewaltiges mediales Gewitter braut sich auch bei McLaren zusammen. Lando Norris polterte nach dem Rennen am Mikrofon und war stinksauer auf die Teamleitung. Er war der festen Überzeugung, deutlich schneller als Oscar Piastri gewesen zu sein, durfte jedoch aufgrund einer strikten Stallorder nicht an seinem Teamkollegen vorbei, um Jagd auf Max Verstappen zu machen. Bei Red Bull war die Stimmung ebenfalls gedrückt, da sich die Verantwortlichen maßlos darüber ärgerten, dass der positive Trend von Yuki Tsunoda bereits wieder spürbar nachlässt.

Tsuyoshi Nakamoto