Beim Großen Preis von Las Vegas zeigte Tsuyoshi direkt nach dem Erlöschen der Startampel einen bärenstarken Antritt und schob sich auf den ersten Metern bis auf die zehnte Position nach vorne. Noch in derselben ersten Runde legte sich der Williams Pilot Hülkenberg geschickt zurecht, setzte ein präzises Manöver und übernahm den neunten Rang. Im Anschluss heftete er sich direkt an das Heck von Tsunoda und setzte seinen Landsmann im Red Bull rundenlang unter massiven Druck.
Nach einigen Umläufen fand Tsuyoshi schließlich die entscheidende Lücke, zog erfolgreich an Tsunoda vorbei und blies sofort zur nächsten Attacke auf das Duo Alonso und Antonelli. Die beiden Kontrahenten waren in ein intensives Duell verstrickt, wodurch Tsuyoshi mit großem Geschwindigkeitsüberschuss heraneilen, beide Kontrahenten in einem Aufwasch überraschen und sich auf einen herausragenden sechsten Platz vorkatapultieren konnte. Das Rennglück war an diesem Wochenende jedoch nicht auf der Seite des Japaners. Kurz vor der Rennhalbzeit ging sein Mercedes Triebwerk am Ende des Strips spektakulär in Qualm auf, sodass er den rauchenden Boliden am Streckenrand abstellen musste und ein sicher geglaubtes Top Resultat bitter verlor.
Den Sieg in der Wüstenmetropole feierte Oscar Piastri vor Charles Leclerc, Lando Norris, Lewis Hamilton, Max Verstappen, Fernando Alonso, Andrea Kimi Antonelli, Yuki Tsunoda, Liam Lawson und Isack Hadjar.
In der Weltmeisterschaft liegt Oscar Piastri damit zwei Rennen vor Schluss uneinholbare 50 Punkte vor Lando Norris. Da der Australier bereits vier Siege mehr auf dem Konto verbucht hat als sein Teamkollege, ist die Entscheidung gefallen und Oscar Piastri krönt sich vorzeitig zum neuen Weltmeister. Dahinter folgen Max Verstappen, Charles Leclerc und Andrea Kimi Antonelli, während Tsuyoshi unverändert den neunten Platz der Fahrerwertung belegt. Bei den Konstrukteuren gab es auf den vorderen Rängen keine Verschiebungen, allerdings baut Red Bull den Vorsprung auf Mercedes im Kampf um den dritten Platz auf nunmehr 16 Zähler aus.
Die Szenen nach dem Fallen der Zielflagge lieferten den Journalisten im Fahrerlager maximales Drama für die Schlagzeilen. Lando Norris zeigte sich in den Medienrunden extrem niedergeschlagen und war den Tränen sichtlich nahe. Nach seinen vollmundigen Ankündigungen war er bis zuletzt felsenfest davon überzeugt, dass er den Fahrertitel für McLaren einfahren kann und laut interner Absprachen auch einfahren darf. Während Oscar Piastri auf der anderen Seite der Garage im absoluten Freudentaumel versank und ausgelassen feierte, herrschte bei dem Briten pure Fassungslosigkeit.
Bei Ferrari setzte sich derweil das gewohnte mediale Muster nahtlos fort. Die Gazzetta dello Sport feierte den starken zweiten Platz von Charles Leclerc überschwänglich, nutzte den Bericht im selben Atemzug jedoch für eine giftige Breitseite gegen den Teamkollegen. Das italienische Blatt fragte mit zunehmendem Spott, ob der teure Rekordweltmeister Lewis Hamilton in dieser Saison überhaupt noch einmal in der Lage sein wird, aus eigener Kraft auf das Podium zu fahren.
Ein fast identisches Bild der Frustration bot sich bei Mercedes. George Russell wirkte nach dem Grand Prix komplett deprimiert und gab sich vor den Mikrofonen völlig ratlos. Der Brite betonte kopfschüttelnd, dass er absolut nicht verstehe, warum er auf der Strecke fahrerisch und strategisch so meilenweit hinter einem Rookie wie Andrea Kimi Antonelli zurückliege, was die ohnehin eisige Stimmung im Lager der Silberpfeile weiter verschärfte.






