2025 – Hungaroring

Beim Großen Preis von Ungarn auf dem Hungaroring lief das Qualifying für Tsuyoshi mit dem 18. Startplatz komplett schief. Am Rennsonntag bewies der Williams Pilot jedoch einmal mehr seine Qualitäten in der Startphase und schob sich in den turbulenten ersten Kurven direkt bis auf die 14. Position nach vorne. Auf dieser Welle des Erfolgs schnappte er sich bereits in der zweiten Runde Bortoleto und fand sich direkt hinter Russell wieder. Im krassen Gegensatz zum vergangenen Wochenende in Spa wurden die Rollen diesmal jedoch komplett umgedreht. Obwohl Russell rundenlang hinter Hülkenberg feststeckte, fand Tsuyoshi auf dem kurvigen Kurs einfach keine entscheidende Lücke für einen ernsthaften Angriffsversuch.

Durch die permanente Fahrt in der verwirbelten Luft überhitzten die Reifen am Williams zusehends, sodass Tsuyoshi das Tempo drosseln und abreißen lassen musste. In dieser Schwächephase geriet er von hinten unter massiven Druck durch den heranstürmenden Bortoleto, der im Heck des Williams lauerte, auf der engen Strecke aber ebenfalls keine Lücke für ein Manöver fand. Erst gegen Rennhalbzeit stabilisierten sich die Temperaturen am Williams. Tsuyoshi blies zur Attacke, schloss die Lücke zu Russell wieder komplett und setzte ein erfolgreiches Überholmanöver. Der Mercedes Pilot steckte jedoch nicht zurück und konterte den Japaner nur wenige Kurven später eiskalt aus. Eine Runde später probierte es Tsuyoshi an derselben Stelle erneut, setzte sich diesmal entscheidend durch und ließ Russell keine Chance auf eine erneute Gegenattacke.

Nur wenige Umläufe später knackte Tsuyoshi auch noch Hülkenberg und übernahm die elfte Position. Der Plan, den Haas Piloten zügig abzuschütteln, ging allerdings nicht auf, da die Reifen am Williams nach den intensiven Zweikämpfen völlig am Ende waren. Da Hülkenberg jedoch mit den exakt gleichen Problemen auf gealtertem Gummi kämpfte, blieb ein verzweifelter Gegenangriff des Deutschen aus. Da die Spitzengruppe zu diesem Zeitpunkt bereits über alle Berge war, überquerte Tsuyoshi die Ziellinie auf dem elften Rang direkt vor Hülkenberg, Bortoleto und Russell.

Den Sieg in Ungarn feierte Leclerc vor Piastri, Verstappen, Norris, Tsunoda, Hadjar, Antonelli, Sainz, Lawson und Hamilton.

In der Meisterschaft baut Piastri seine Führung auf komfortable 60 Punkte vor Norris aus, gefolgt von Verstappen, Leclerc und Antonelli, der nun offiziell an Russell vorbeigezogen ist. Tsuyoshi rutscht in der Fahrerwertung auf den elften Platz hinter Lawson ab, während Williams den fünften Rang bei den Konstrukteuren mit sieben Zählern Vorsprung vor den Racing Bulls behauptet.

Nach dem Fallen der Zielflagge sorgten die Medien und Fahrer für absolute Höchstspannung im Fahrerlager. Die Gazzetta dello Sport feierte den erlösenden Triumph von Leclerc frenetisch als italienisches Volksfest, stimmte im selben Atemzug jedoch gewohnt kritische Töne an und bemängelte lautstark, dass dieser Erfolg viel zu spät in der Saison kommt, um noch ein Wörtchen um den Titel mitzureden. Als absoluten Tiefpunkt brandmarkte das Blatt zudem den enttäuschenden zehnten Platz von Hamilton, der im roten Renner völlig blass blieb.

Bei McLaren brennt unterdessen endgültig der Baum. Norris zeigte sich nach dem Rennen extrem stinkig und polterte in den Medien, dass er sich weiterhin als die rechtmäßige Nummer eins im Team sieht, während Piastri von der Führungsetappe trotz des riesigen Punktevorsprungs überhaupt nicht eingebremst wird.

Ein dramatisches Bild bot sich auch bei Mercedes, wo Russell nach dem erneuten Nuller sichtlich verzweifelt und hochgradig enttäuscht wirkte. In den TV-Interviews hielt er sich nicht mehr zurück und deutete vielsagend an, dass Antonelli der absolute Liebling von Toto Wolff sei und teamintern wohl mit deutlich besserem Material ausgestattet wird als er selbst. Im Lager von Red Bull herrschte dagegen nach den harten Wochen der Kritik kollektives Aufatmen, da die Teamführung die deutliche Leistungssteigerung von Tsunoda öffentlich lobte und dem Japaner nach den Punkten den Rücken stärkte.

Tsuyoshi Nakamoto