Die Pole zum drittletzten Rennen sollte sich Thomas vor Mansell holen. Beide hatten einen guten Start, doch der von Mansell war noch einmal um längen besser. Er schnappte sich direkt die Führung, während ihm Thomas auf P2 folgte. Da Thomas auf die Reifen geachtet hat, konnte sich schließlich Mansell absetzen. Von hinten schafften es nur Senna und Schumacher mitzuhalten, doch nach und nach verlor auch Schumacher den Anschluss. Da die Reifen in Estoril immer ein wichtiges Thema sind, ging Thomas kein Risiko ein und hielt den ersten Reifensatz so lange am Leben, bis er mit dem zweiten locker ins Ziel fahren konnte. Senna schaffte es bis zu diesem Pitstop nicht, an Thomas vorbei zu kommen.
Nur eine Runde nach Thomas ging auch Senna an die Box, Thomas war damit wieder dritter. Nun wurde klar, warum Schumacher den Anschluss verlor: Er versuchte ohne Pitstop durch zu kommen. Vier Runden vor Schluss war Thomas jedoch wieder an ihm dran und mit seinen alten Reifen konnte sich Schumacher auch nicht verteidigen. Mansell hatte dagegen einen sicheren Vorsprung von 20 Sekunden. In der vorletzten Runde jedoch der Schockmoment: Mansell hatte einen schweren Unfall. Obwohl das Rennen fast vorbei war, musste die Rennleitung abbrechen. Der Trümmerhaufen war einfach zu groß und das Risiko von Folgeunfällen damit enorm hoch. Mansell, der wie durch ein Wunder nur mit einer leichten Knöchelprellung davon kam, wurde doch noch zum Sieger erklärt, zweiter wurde Thomas vor Schumacher, Davies, dem Ferrari Neuzugang Larini und de Cesaris. Damon Hill schaffte hingegen mit Brabham einen sehr guten achten Rang.
In der Gesamtwertung hat Mansell somit den Rückstand auf Thomas schon auf 12 Punkte verkleinert. Wenn Mansell die letzten beiden Rennen gewinnt, ist er Meister, wenn Thomas nur noch einmal vor Mansell ins Ziel kommt, geht die Trophäe an ihn. Es bleibt spannend.
Thomas hat nach dem Rennen zudem bekannt gegeben, dass er 1993 für McLaren fahren wird. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit Senna und auch wenn er mit Mansell nicht immer einer Meinung war, so denkt auch Thomas, dass es nicht möglich sein wird mit Prost zusammen zu arbeiten. Er glaubt hingegen an McLaren und dass es das Team mit dem Honda-Motor wieder zu den Erfolgen kommen kann, die noch vor wenigen Jahren möglich waren.





