1991 – Estoril

Thomas konnte sich die Pole zum viertletzten Rennen der Saison sichern und nach einem guten Start vor Prost das Rennen anführen. Er setzte sich sogar immer weiter ab und war zur Halbzeit schon 10 Sekunden davon gefahren. Mit dem Pitstop hatte er nun zwar wieder frische Reifen, war aber auch auf P4 gerutscht.

Von hier aus schnappte er sich erst Alesi über die Außenbahn in der letzten langen Kurve, wenig später auch Gugelmin und lief auf Prost auf. Für den vierfachen Meister hatte er einen Angriff auf der Außenbahn der gefährlichen ersten Kurve parat. Was im ersten Moment wie ein unfassbar gutes Manöver aussah, endete damit, dass Thomas zwar vorne war, aber auf den äußeren Curbs mit dem Unterboden aufsetze, sich drehte und nur mit Mühe einen Einschlag verhindern konnte. Seine Reifen hatten zwar ordentlich gelitten und Prost war wieder vorne, doch noch war Thomas in der besseren Situation. Er konnte wieder aufholen und ging diesmal in der langsamen vierten Kurve außen vorbei, um sich fünf Sekunden von ihm abzusetzen und schließlich doch noch zu gewinnen. Auch ein letzter Schreckmoment, als der Judd im Dallara von Lehto vor ihm in Rauch aufging, hielt Thomas nicht mehr auf. Alesi holte sich zudem seine ersten Punkte bei Ferrari und wurde dritter, gefolgt von Gugelmin, Schumacher und Brundle.

In der Meisterschaft hat Thomas mit seinem 15. Karrieresieg im 140. Rennen seinen Vorsprung auf Mansell auf 24 Punkte ausgebaut. Dieser konnte ebenso wenig Punkten, wie Davies auf P3 und Senna auf P4. Rechnerisch ist sogar nur noch Mansell im Kampf um den Titel, da es noch 30 Punkte zu holen gibt.

Bei den Konstrukteuren hat Williams nun 71 Punkte Vorsprung auf Benetton und 20 weitere auf McLaren, so dass dieser Titel bereits gesichert ist. Die Frage bleibt damit, welcher Williams-Pilot den Fahrertitel holt.

Thomas Niemayr