2025 – Spa-Francorchamps

Beim Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps nahm Tsuyoshi das Rennen vom 14. Startplatz aus in Angriff und erwischte einen gewohnt reaktionsschnellen Auftakt, der ihn in der Haarnadelkurve von La Source direkt auf die zwölfte Position nach vorne brachte. Im Anschluss saugte sich der Williams-Pilot in den massiven Windschatten von Russell und setzte in der Bus-Stop-Schikane ein perfekt getimtes Ausbremsmanöver, mit dem er sich erfolgreich vorbeischob.

Angestachelt von diesem Erfolg heftete sich Tsuyoshi direkt an das Heck von Gasly und wiederholte das exakt gleiche, mutige Manöver nur wenig später an derselben Stelle. Zwar reichte das Tempo des Williams in der Folge nicht ganz aus, um dem vor ihm fahrenden Alonso zu folgen, doch Tsuyoshi konnte sich auf den langen Geraden der Ardennen-Achterbahn kontinuierlich von Gasly absetzen.

Zur Rennhalbzeit hatte sich der Japaner bereits ein komfortables Polster von vier Sekunden erarbeitet, das er im weiteren Verlauf sogar auf fünf Sekunden ausbaute. In der absoluten Schlussphase knackte Russell nach einer langen Aufholjagd jedoch endlich den Alpine und blies mit einer Serie von Qualifying-Runden zur ultimativen Attacke. Der Vorsprung von Tsuyoshi schmolz wie Schnee in der Sonne, sodass Russell in der allerletzten Runde tatsächlich das entscheidende DRS-Fenster knackte. Tsuyoshi mobilisierte all seine verbliebenen Reifenreserven, verteidigte die Linie mit stumpfen Waffen und rettete den zehnten Platz mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 0,3 Sekunden über die Ziellinie, während eine einzige weitere Runde das bittere Ende für diesen Punktgewinn bedeutet hätte.

Den Sieg in Belgien sicherte sich Piastri vor Leclerc, Norris, Hamilton, Antonelli, Lawson, Bearman, Verstappen, Alonso und Tsuyoshi.

In der Gesamtwertung baut Piastri seine Führung auf stolze 54 Punkte vor Norris aus, gefolgt von Verstappen, Russell und Antonelli. Das teaminterne Duell bei Mercedes spitzt sich dramatisch zu, da die beiden Stallrivalen nun nur noch winzige drei Punkte trennen. Tsuyoshi behauptet unterdessen den neunten Platz in der Fahrerweltmeisterschaft, während Williams den fünften Rang bei den Konstrukteuren erfolgreich verteidigt.

Nach dem Fallen der Zielflagge brannten bei Mercedes endgültig die Drähte. Russell zeigte sich in den Medien extrem angefressen und sparte nicht mit offener Kritik am eigenen Team, das ihm seiner Meinung nach erneut kein konkurrenzfähiges Material zur Verfügung gestellt hat. Seine Frustration war greifbar, da er im Rennen erhebliche Mühe hatte, überhaupt am Alpine vorbeizukommen, und sich am Ende sogar am Williams von Tsuyoshi die Zähne ausbiss, während Youngster Antonelli auf der anderen Seite der Garage völlig unbeeindruckt in die Top 5 stürmte.

Bei Ferrari herrschte dagegen kurzzeitig mediale Waffenruhe. Nach dem starken Mannschaftsergebnis mit beiden roten Boliden in den Top 4 beruhigte sich die Berichterstattung in der Gazzetta dello Sport spürbar. Dennoch wirbelte das italienische Fachblatt direkt die nächsten unangenehmen Fragen auf und hinterfragte kritisch, ob der Scuderia in dieser Saison überhaupt noch ein Sieg aus eigener Kraft zuzutrauen sei und warum man für diese durchwachsene Ausbeute die astronomische Summe für die Verpflichtung von Hamilton auf den Tisch gelegt hat.

Tsuyoshi Nakamoto