Auf dem brandneuen Stadtkurs von Las Vegas erlebte die Formel 1 eine absolute Premiere, doch für Tsuyoshi bot das Layout der Strecke im Vorfeld keinerlei fahrerische Offenbarung. Selbst im direkten Vergleich mit dem historischen und oft kritisierten Grand Prix auf dem Parkplatz des Caesars Palace wirkte der neue Kurs durch seine schier endlosen Geraden und den Mangel an anspruchsvollen Kurvenkombinationen auf ihn unglaublich eintönig.
Im Qualifying trotzte er der Langeweile des Layouts jedoch bravourös und stellte seinen Williams auf einen starken siebten Startplatz. Beim Erlöschen der Ampel behielt er im dichten Startgetümmel zwischen den glitzernden Hotelkomplexen die perfekte Übersicht, machte sofort eine Position gut und schob sich auf den sechsten Rang nach vorne. In der Folge blies er direkt zur Attacke auf Ocon, musste bei dem gewagten Manöver aber im selben Atemzug zurückstecken, als sich weiter vorne Leclerc spektakulär wegdrehte. Tsuyoshi wich dem gestrandeten Ferrari blitzschnell aus und erbte durch den Patzer der Konkurrenz sensationell den fünften Platz.
Die Freude über die Spitzenplatzierung währte im unterlegenen Williams jedoch nicht allzu lange, denn von hinten stürmte Sainz im deutlich schnelleren Ferrari heran. Tsuyoshi warf all seine fahrerische Klasse in die Waagschale und konnte den Spanier immerhin für ein paar Runden erfolgreich im Heck aufhalten, ehe er sich dem immensen Geschwindigkeitsüberschuss auf den Geraden beugen und Sainz passieren lassen musste. Auf dem sechsten Platz angekommen, biss sich Tsuyoshi im DRS-Fenster von Ocon und Sainz fest und konnte dem Führungsduo des Mittelfelds problemlos folgen, fand in dem strategisch geprägten DRS-Zug allerdings keinerlei Lücke für ein erfolgversprechendes Überholmanöver. Stattdessen musste er den Blick im letzten Renndrittel komplett in den Rückspiegel richten, da von hinten Russell im Mercedes unaufhaltsam näher kam und in der allerletzten Runde direkt im Getriebe des Williams lauerte.
Kurz vor dem ultralangen und schnellen Strip-Abschnitt setzte der Brite die entscheidende Attacke und zog an Tsuyoshi vorbei. Der Japaner steckte jedoch nicht auf, nutzte den brutalen Windschatten auf der langen Geraden für einen sofortigen Gegenangriff und setzte seinen Wagen beim harten Anbremsen mutig neben den Mercedes. Bei diesem finalen All-in-Manöver verbremste sich Tsuyoshi auf der schmutzigen Innenseite komplett und musste den Notausgang nutzen, um seinen Boliden zu wenden. Dank des komfortablen Polsters nach hinten verlor er durch das Missgeschick kaum Zeit und brachte den siebten Platz immerhin sicher über die Ziellinie.
Verstappen feierte den Sieg vor Perez, Piastri, Ocon, Sainz, Russell, Tsuyoshi, Magnussen, Hülkenberg und Ricciardo.
In der Weltmeisterschaft führt Verstappen das Klassement weiterhin unangefochten vor seinem Teamkollegen Perez an, wobei die ersten beiden Plätze in der Tabelle nun auch rechnerisch endgültig fixiert sind. Dahinter folgen unverändert Hamilton, Leclerc, Russell und Sainz auf den weiteren Rängen des Spitzenfeldes. Tsuyoshi feiert durch diesen späten Punkteerfolg hingegen einen wichtigen persönlichen Befreiungsschlag in der Gesamtwertung, rückt auf den elften Platz nach vorne und geht nun mit einem wertvollen Vorsprung von drei Punkten auf Gasly in das letzte Saisonrennen.







