Melbourne

Das erste freie Training der neuen Saison startete sehr gut. Theo konnte sich erneut gut auf den Kurs einstellen und mit Lift & Coast und dem ERS sehr sparend umgehen, trotz guter Zeiten. Ebenso war das Reifenmanagement mit den Soft besser, als erwartet. Das Team versuchte somit noch recht früh einen Quali-Run mit den Super Soft zu fahren, um so eventuell Q2 zu bestehen. Die Runde war bis Turn 12 sehr gut, doch durch einen Fahrfehler endete es genau dort in der Streckenbegrenzung und die Session war vorbei.

Zu Beginn der zweiten Session musste man so noch weiter an einem Problem im Treibstoffsystem arbeiten, konnte danach aber das Quali-Programm mit den Super Soft abschließen. Auch das Reifenmanagement mit diesen Reifen war sehr gut und man sammelte wertvolle Informationen für die Rennstrategie.

P3 gehörte dem Ultra Soft, der ebenso langlebig schien und gute Daten für das Rennen lieferte, während die Hotlap zur besten Zeit der Session führte. Ericsson handelte sich unterdessen eine Grid Strafe über 5 Plätze ein, da er einen Unfall mit Wehrlein hatte.

Das Qualifying startete zunächst ernüchternd. Im ersten Versuch verbremste sich Theodor in der vorletzten Kurve und musste so einen neuen Satz Reifen aufziehen. Damit gelang ihm jedoch der Sprung in Q2. Dort angekommen war der Run mit den Super Soft zwar gut, aber nicht schnell genug, um Q3 zu erreichen. Somit musste man erneut die Ultra Soft aufziehen. Theo fehlten erneut 3-4 Zehntel zur bestmöglichen Zeit, aber immerhin erreichte er Q3.

Im letzten Teil des Qualifyings startete Theo mit alten Ultra Soft und konnte eine sehr saubere Runde fahren. Da ihn diese jedoch nur auf P9 gebracht hätte, fuhr er noch einmal mit einem neuen Satz Reifen und schaffte eine Verbesserung um eine halbe Sekunde, was ihm den sechsten Startplatz einbrachte. Hülkenberg holte sich unterdessen eine 5 Plätze Grid Strafe, da er beim ersten Versuch in der zweiten Runde Theo behinderte.

Für das Rennen scheint alles sehr gut vorbereitet zu sein. Der Wagen liegt gut auf der Strecke und auch im Longrun sieht es vielversprechend aus. Ein mittlerer Punkterang sollte damit im Rahmen des möglichen sein.

Der Start verlief nach Plan, Theo konnte den sechsten Platz behalten. In den folgenden Runden schaffte er es sich von Perez abzusetzen und mit Ricciardo und Räikkönen um den vierten Rang zu kämpfen. Kurzzeitig setzte er sich sogar gegen die beiden durch, doch noch vor den ersten Pitstops waren beide wieder an ihm vorbei.

Theodors Pitstops waren jedoch, trotz gleicher Reifenmischung, etwas später und so verlor er wertvolle Zeit auf der Strecke. Am Ende der Top10 kämpfte er nun gegen Magnussen und Hülkenberg, während er am Ende des Stints wieder auf Ricciardo aufschloss. Dieser drehte sich jedoch, so dass Theodor wieder auf P6 war, bevor er mit der 27. Runde auf die Super Soft wechselte.

Erneut war der Stop zu spät und diesmal musste er vom elften Platz, mit Hülkenberg im Nacken, sich wieder vor arbeiten. Da das restliche Mittelfeld die härteren Reifen genutzt hatte, gelang ihm dies aber sehr gut, so dass er schon bald aus eigener Kraft wieder sechster war.

Hamilton schied unterdessen mit einem technischen Defekt in Führung liegend aus, so dass Theo bereits fünfter war. Während die Super Soft nun aber langsam Grip verloren konnten Ricciardo und Perez von hinten aufholen. Mit den letzten Spritreserven und einer völlig leeren ERS Batterie konnte sich Theo aber gegen beide wehren und schließlich einen sehr guten fünften Platz ins Ziel retten.

Red Bull hatte an diesem Wochenende mehr mit Problemen zu kämpfen, so dass dieses Bild leicht verzerrt ist. Ebenso waren die Force Indias gegen Rennende stärker, so dass sich das Team noch als vierte Kraft zusammen mit Force India sieht. Der Anschluss zu Red Bull ist noch nicht hergestellt, während Mercedes und Ferrari unerreichbar scheinen.

Im letzten Jahr konnte Theodor in Bahrain seine ersten WM-Punkte sammeln. Das macht auch dieses Jahr Hoffnung erneut sehr gut unterwegs zu sein und das Mittelfeld anzuführen. Es wird wohl an der Stärke von Red Bull und Force India liegen, ob man erneut in die Top5 fahren kann.

Theodor Nygard