2025 – Monza

Beim großen Heimspiel für die Scuderia in Monza ging Tsuyoshi vom neunten Startplatz aus ins Rennen, erwischte jedoch keinen optimalen Auftakt und rutschte beim Erlöschen der Ampeln zunächst auf die zehnte Position ab. Im Anschluss blies der Williams-Pilot zur Aufholjagd, saugte sich an das Heck von Stroll heran und passierte den Aston Martin nach einigen Umläufen mit einem entschlossenen Manöver. Die Freude währte allerdings nicht lange, da der heranstürmende Alonso kurzen Prozess machte und sich in einem fulminanten Zwischensprint nicht nur Stroll, sondern direkt auch Tsuyoshi schnappte.

Wenig später verlor Teamkollege Sainz die Kontrolle über seinen Williams, stellte das Fahrzeug im Kiesbett ab und löste damit bittere Enttäuschung in der Boxengasse aus. Tsuyoshi erbte dadurch den neunten Rang und konzentrierte sich in der Folge darauf, sich kontinuierlich von Stroll abzusetzen. Es gelang ihm zwar, das Tempo von Alonso mitzugehen, für einen ernsthaften Angriffsversuch reichte der Geschwindigkeitsüberschuss auf den langen Geraden jedoch nicht aus.

Ab der Rennhalbzeit tauchte Antonelli im Rückspiegel auf und verkürzte den Abstand zum Williams mit Riesenschritten. Tsuyoshi warf all seine Routine in die Waagschale und verteidigte seine Position mit Zähnen und Klauen, doch der Mercedes-Pilot war im DRS-Zug letztlich deutlich schneller und zog unwiderstehlich vorbei. Kurz darauf überschlugen sich die Ereignisse im Mittelfeld dramatisch, als sich Hadjar und Alonso im direkten Duell gegenseitig von der Strecke kegelten. Tsuyoshi profitierte von dem Ausfall, geriet im turbulenten Finale aber umgehend unter Druck von Hamilton, der im Ferrari vorbeizog. Nach diesem permanenten Hin und Her überquerte Tsuyoshi die Ziellinie schließlich auf dem neunten Platz, von dem aus er das Rennen auch aufgenommen hatte.

Den Sieg in Monza feierte Lando Norris vor Charles Leclerc, Max Verstappen, Andrea Kimi Antonelli, Oscar Piastri, George Russell, Yuki Tsunoda, Lewis Hamilton, Tsuyoshi und Lance Stroll.

In der Meisterschaft führt Oscar Piastri nun mit 45 Punkten Vorsprung vor Lando Norris, gefolgt von Max Verstappen, Charles Leclerc und Andrea Kimi Antonelli. Tsuyoshi behauptet weiterhin den elften Platz der Fahrerwertung, während Williams den fünften Rang bei den Konstrukteuren erfolgreich verteidigt. An der Spitze der Teamwertung steuert McLaren derweil mit großen Schritten in Richtung des Konstrukteurstitels.

Die Reaktionen im Fahrerlager nach dem packenden Rennen im Hochgeschwindigkeitsdorado ließen die Emotionen hochkochen. Lando Norris schöpfte durch seinen Triumph frische Hoffnung im Titelkampf und verkündete selbstbewusst, dass er fest daran glaubt, Oscar Piastri in den verbleibenden Rennen noch einzuholen und sich die Weltmeisterkrone aufzusetzen. Bei Red Bull hielt sich die Begeisterung dagegen in Grenzen. Yuki Tsunoda konnte das Tempo von Max Verstappen zu keinem Zeitpunkt mitgehen, rettete mit einer soliden Fahrt aber immerhin ein paar wichtige Punkte für das Team über die Linie.

Bei Mercedes setzte sich das teaminterne Drama nahtlos fort. George Russell musste erneut bittere Pille schlucken und wurde auf der Strecke einmal mehr von seinem jungen Teamkollegen Andrea Kimi Antonelli geschlagen, was die eisige Stimmung in der Garage der Silberpfeile weiter anheizte.

Die brutalste mediale Abrechnung fand jedoch in den italienischen Zeitungen statt. Die Gazzetta dello Sport zeigte nach dem Fallen der Zielflagge mit dem nackten Finger auf Lewis Hamilton und ging mit dem Rekordweltmeister hart ins Gericht. Dass der Brite ausgerechnet beim wichtigsten Heimrennen des Jahres im königlichen Park meilenweit hinter der Pace von Charles Leclerc zurückblieb und im Mittelfeld feststeckte, wurde von den kritischen Journalisten als absolute Enttäuschung gebrandmarkt.

Tsuyoshi Nakamoto