Australien ist ein dünn besiedeltes, aber dafür sehr wohlhabendes und hoch entwickeltes Land. Doch neben der Verdrängung von Indigenen und einer fragwürdigen Migrationspolitik ist auch bei weiteren Themen nicht alles Gold, was glänzt.
So hat Australien Regelungen zu Wahlkampfspenden, durch die man die amtierenden und großen Parteien stärkt, aber neuen Parteien und parteilosen fast jegliche Chance auf einen Wahlerfolg nimmt.
Darüber hinaus gibt es zwar eine moderne Umweltpolitik, diese wird jedoch weder von der Wirtschaft, noch von der Bevölkerung ernsthaft befürwortet. Das liegt insbesondere daran, dass Australien einer der wichtigsten Kohleexporteure ist und damit auch ein Großteil des Wohlstands begründet wird. Man sollte aber auch erwähnen, dass es im Gegensatz dazu auch Gebiete gibt, in denen Umweltschutz als wichtig erachtet wird. Allerdings betrifft das hauptsächlich die touristisch genutzten Regionen.
Ein weiteres Problem mit der Natur sind die nicht heimischen Tiere. Während Anfang des 20. Jahrhunderts das Kaninchen zu einer Plage geworden, sind es aktuell Kröten, Hausmäuse und auch Kamele. Letztere könnten das Wüstenökosystem stark beeinflussen und gar vernichten, allerdings sind die Zählungen und damit auch die geschätzten Auswirkungen auf die Natur sehr ungenau. Bei der Lösung dieses Problems stehen sich diesmal aber gleich 2 Seiten des Umweltschutz gegenüber: Ist der Schutz der Flora oder der Fauna wichtiger? Dürfen die Tiere zum Schutz der Flora getötet werden oder muss die Flora zum Schutz der Tiere Ihrem „Schicksal“ überlassen werden? Tatsächlich wird es hier künftig interessant, wie sich Tier- und Naturschützer einigen. Das Kamel-Problem muss schließlich in naher Zukunft gelöst werden und solche Konflikte werden zukünftig auch nicht mehr die Ausnahme bleiben.
Und damit zur Rally:
Bei der zweiten Station des pazifischen Trios, bei der wie angekündigt nur die Königsklasse WRC1 an den Start ging, stand für Theodor in den staubigen Wäldern Australiens alles auf dem Spiel.
Am Freitagvormittag ging er kein unnötiges Risiko ein, steuerte den Wagen extrem konstant über den losen Schotter und konzentrierte sich voll auf den herannahenden WM-Titel. Ohne jegliche Fahrfehler reihte er sich mit nur 1,5 Sekunden Rückstand hinter Ogier auf dem zweiten Platz ein. Am Nachmittag passierte im dichten Staub dann ein kleiner Schreckmoment, als sich Theodor an einer unübersichtlichen Abzweigung kurz verfuhr. Da aber auch Ogier patzte, hielt sich der Schaden in Grenzen. Nach einem Zeitverlust von nur 2,4 Sekunden auf der Prüfung ging es für Theodor auf dem dritten Gesamtrang in den Feierabend, mit 3,9 Sekunden Rückstand auf das Führungsduo Ogier und Evans.
Der Samstagvormittag verlief für den Spitzenreiter zwar sauber und fehlerfrei, allerdings fehlte durch die vorsichtige Fahrweise die nötige Grundgeschwindigkeit. Theodor büßte 9,3 Sekunden auf die Konkurrenz ein und rutschte im Klassement auf den vierten Platz ab, womit er im Gesamtklassement 13,2 Sekunden hinter Ogier sowie hinter Fourmaux und Evans lag. Über den Funk forderte das Team mehr Aggressivität, was Theodor am Nachmittag perfekt umsetzte. Er hob das Tempo leicht an, erwischte eine fehlerfreie Linie und holte sich mit 1,2 Sekunden Vorsprung den Prüfungssieg, wodurch er sich im Gesamtklassement wieder auf den zweiten Platz direkt hinter Ogier mit 12 Sekunden Rückstand nach vorne schob.
Am allesentscheidenden Sonntag blieb Theodor auf der Power Stage hochkonzentriert und sicherte sich unter dem Jubel der australischen Fans den dritten Platz auf der Wertungsprüfung, wobei er 3,7 Sekunden einbüßte. In der Endabrechnung bedeutete dies den dritten Gesamtrang mit einem Rückstand von 15,7 Sekunden auf den Sieger Ogier und nur hauchdünne 1,3 Sekunden hinter Fourmaux, während dahinter Evans und Rossel die Top 5 komplettierten.
In der Weltmeisterschaft schrumpfte der Vorsprung auf Ogier damit auf 57 Punkte zusammen. Dahinter folgen unverändert Evans, Fourmaux, Neuville und Solberg, womit die endgültige Titelentscheidung beim großen Finale in Japan fallen muss.




