Pacific Rally

Neuseeland gilt als grüne Insel, mit viel Artenreichtum, Vielfalt und einer einzigartigen Natur. Doch das hat sich in den letzten Jahren immer stärker gewandelt und während in den westlich geprägten Regionen der Welt das Umweltbewusstsein immer stärker wird, passiert tatsächlich in Neuseeland eher das Gegenteil.

Das Land beutet seine Natur immer stärker aus und erschließt immer mehr Regionen, die zuvor unberührt waren. Die Folge ist nicht nur eine Zerstörung der Natur, sondern auch eine weitreichende Verschmutzung. Flüsse und Seen sind kontaminiert und dürfen zum Teil nicht mehr zum Baden genutzt werden. Tatsächlich betrifft diese Verschmutzung bereits 95% der Gewässer im Tiefland und es wird erwartet, dass die Natur im isolierten Inselstaat fast vollständig vor einem Kollaps steht. Bereits heute gelten etliche Arten der Flora und Fauna als vom Aussterben bedroht.

Einer der Gründe ist in der wirtschaftlichen Geschichte des Landes zu finden. Innerhalb eines Jahrzehnts wandelte sich Neuseeland in den 1980er Jahren von einer der am stärksten staatlichen gelenkten Volkswirtschaften zu einer der unreguliertesten freien Marktwirtschaften. Die Unternehmen wurden privatisiert und konnten hohe Gewinne erwirtschaften. Da jedoch besonders die Land- und Forstwirtschaft, sowie die Lebensmittelproduktion die wichtigsten Sektoren der Wirtschaft sind, wurde dafür immer mehr Platz beansprucht.

Die Abholzung der Wälder und die immer weiter ausgebreitete landwirtschaftliche Nutzung vernichteten die Natur Neuseelands immer mehr, während gegen Ende des 20. Jahrhunderts auch immer mehr Flächen für den Tourismus genutzt wurden. Das gesamte natürliche Erbe der Insel ist mittlerweile auf dem Spiel und sofern das Land dem nicht entgegen steuert, könnte noch innerhalb des 21. Jahrhunderts das Land völlig unbewohnbar werden.

Die i-Tüpfelchen ist dabei die Politik: Während die eine Seite Budgets zum Klimaschutz streicht, will die andere Seite genau für diesen Schutz arbeiten. Da man somit nur für die jeweilige Amtsperiode die Entwicklung des Landes vorher sagen kann und durch dieses „hin und her“ auch eine vermeidbare Staatsverschuldung droht, ist das Land für Investoren aus dem Ausland wenig attraktiv. Solange sich Neuseeland nicht klar zur Erhaltung der eigenen Natur ausspricht und dies verfassungsrechtlich garantiert, wird sich an dieser Situation nichts ändern und das Naturparadies unweigerlich dem Untergang entgegen steuern.

In der virtuellen Welt ist die Natur jedoch noch intakt und damit zur Rally:

Für das anstehende Trio im pazifischen Raum bestehend aus den Läufen in Neuseeland, Australien und Japan konzentriert sich das gesamte Geschehen im Servicepark ausschließlich auf die Königsklasse der WRC1.

Auf den flüssigen Schotterpisten in Neuseeland stand für Theodor am Freitagvormittag die nackte Taktik im Vordergrund. Mit einer extrem sauberen Fahrlinie konzentrierte er sich voll auf die Meisterschaft und sicherte sich dennoch mit drei Sekunden Vorsprung die erste Bestzeit vor Ogier. Am Nachmittag blieb er seiner Linie treu und ging absolut kein Risiko ein. Über Funk vermeldete er ein perfektes Gefühl für den Rhythmus und baute die Führung mit einer weiteren kontrollierten Fahrt um eine Sekunde auf insgesamt vier Sekunden vor Ogier aus.

Der Samstag verlangte den Piloten auf den rutschigen Straßen alles ab. Theodor entschied sich erneut für Sicherheit statt purer Geschwindigkeit was sich im Klassement jedoch bitter bemerkbar machte. Er verlor 11 Sekunden auf die entfesselte Konkurrenz und rutschte auf den zweiten Platz mit 6,7 Sekunden Rückstand hinter Ogier ab. Am Nachmittag blieb er unbeeindruckt, agierte absolut gleichmäßig und hielt das Auto kontrolliert auf der Strecke, um keine wichtigen Punkte im Titelkampf zu verschenken. Im Ziel büßte er hauchdünne 0,7 Sekunden auf Ogier ein und lag damit vor dem Finaltag 7,4 Sekunden hinter dem Führenden während der Vorsprung auf den drittplatzierten Fourmaux komfortable 17 Sekunden betrug.

Am Sonntagmorgen fand Theodor sofort wieder zu einer perfekten Balance und machte mit einer fehlerfreien Vorstellung ohne jeden Wackler wertvolle drei Sekunden auf Ogier gut wodurch der Rückstand vor dem großen Finale auf 4,4 Sekunden schrumpfte. Selbst auf der abschließenden Power Stage verzichtete er auf die Brechstange und fuhr lieber sauber als am absoluten Limit. Unter dem tosenden Applaus der Fans an den legendären Klippenpassagen sicherte er sich mit 2,5 Sekunden Vorsprung den Prüfungssieg. In der Endabrechnung reichte es hauchdünn nicht ganz für den Gesamtsieg, da ihm am Ende lediglich 1,9 Sekunden auf Triumphator Ogier fehlten. Fourmaux landete auf dem dritten Rang vor Evans und Munster. In der Weltmeisterschaft liegt Theodor nun stolze 69 Punkte vor Ogier und hat damit beim nächsten Stopp in Australien den ersten Matchball um vorzeitig den WM Titel einzufahren während Evans, Fourmaux, Neuville und Solberg das Verfolgerfeld anführen.

Theodor Nygard