Rally Italia

Diesmal geht es nicht um das Land, in dem die Rally stattfindet, sondern um die exakte Region. Sardinien ist eine der größten Inseln im Mittelmeer und gehört zu Italien. Doch dieser Status war nicht immer so und ist auch heute noch nicht völlig unumstritten.

Die Insel gehörte lange Zeit als Kolonie zu Karthago, bevor das römische Reich im 3. Jahrhundert rechtswidrig an die Herrschaft über die Insel kam. In den folgenden Jahrhunderten war die Insel stark umstritten, wurde jedoch zu einem eigenen Königreich, bevor die Herrschaft ende des 14. Jahrhunderts in spanische Hand fiel.

Durch die Habsburger in der spanischen Königsfamilie ging die Herrschaft jedoch schließlich mit dem 18. Jahrhundert an Österreich, die die Insel jedoch gegen Sizilien mit den Savoyern tauschte. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts gehört die Insel wieder zum Königreich Italien, bevor Mitte des 20. Jahrhunderts Sardinien den Status als autonome Region bekam. Doch damit ist Sardinien „nur“ eine Region der italienischen Republik.

Nachdem Sardinien allein in den letzten 2.000 Jahren mehrfach die Zugehörigkeit wechseln musste und dazwischen mehrfach ein eigenes Königreich war, ist es wenig verwunderlich, dass sich ein Teil der Sarden nicht als Italiener sieht. Es gibt daher selbst heute noch Bewegungen, die eine Unabhängigkeit Sardiniens anstreben und damit einen neuen Inselstaat im Mittelmeer gründen wollen. Da sich die Insel jedoch ohne Italien kaum wirtschaftlich halten kann und wohl auch Probleme mit einem EU Eintritt hätte, wird eine solche Trennung von Italien wohl nur schwer umzusetzen sein.

Und damit zur Rally:

Theodor Niskanen erlebte in der WRC3 eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle. Trotz einiger Fehler am ersten Renntag brannte er Fabelzeiten in den italienischen Schotter und übernahm die Führung mit fünfzehn Sekunden Vorsprung. Am Samstag schlichen sich erneut kleine Unkonzentriertheiten ein wodurch sein Polster auf magere neun Sekunden schrumpfte. Am Sonntag rettete Niskanen den Gesamtsieg mit viel Nervenstärke ins Ziel obwohl er auf der Power Stage als Zweiter eine Sekunde einbüßte. Im Gesamtklassement triumphierte er mit acht Sekunden Vorsprung vor Matteo Fontana und Fabio Rossi. In der Weltmeisterschaft bleibt es extrem spannend denn Fontana liegt weiterhin 14 Punkte vor Niskanen auf dem Spitzenplatz.

In der WRC2 erlebte Thorsten Naujoks ein absolutes Traumwochenende. Nach einem perfekten Start am Freitag erarbeitete er sich ein komfortables Polster von dreißig Sekunden. Am Samstag nahm der Spitzenreiter kontrolliert das Tempo heraus und verwaltete den Vorsprung so geschickt dass ihn selbst ein Reifenschaden nicht aufhalten konnte und er mit 45 Sekunden Vorsprung in den Sonntag ging. Trotz kleinerer Fehler und Platz drei auf der Power Stage feierte Naujoks einen souveränen Gesamtsieg vor Roberto Dapra und Fabrizio Zaldivar. Mit diesem Triumph baut er die Meisterschaftsführung auf 52 Punkte vor Diego Dominguez aus und kann bereits beim nächsten Lauf in Spanien den Sack vorzeitig zumachen.

Theodor Nygård startete in er WRC1 extrem angriffslustig in den Freitagvormittag auf Sardinien und riskierte auf der ersten Wertungsprüfung alles. Nach einem packenden Sekundenkrimi lag er im Ziel nur hauchdünne drei Zehntelsekunden hinter dem Spitzenreiter Sebastien Ogier. Am Nachmittag des ersten Tages musste der Toyota Pilot dem extremen Tempo jedoch Tribut zollen. Er verlor wertvolle fünf Sekunden auf den bärenstarken Franzosen und rutschte im Gesamtklassement sogar hinter Elfyn Evans und Adrien Fourmaux zurück.

Der Samstag begann für den Skandinavier wie ausgewechselt und er fand sofort zu seiner alten Frische zurück. Mit einer fehlerfreien Fahrt am Limit sicherte er sich den ersten Prüfungssieg des Tages und schob sich auf den dritten Gesamtrang vor. Am Samstagnachmittag zündete Theodor die nächste Stufe und ging volles Risiko. Die fahrerische Glanzleistung wurde belohnt denn mit sieben Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz eroberte er die verdiente Gesamtführung vor Ogier.

Am finalen Sonntag kam es auf der Power Stage zum großen Showdown um den Gesamtsieg. Theodor wollte den Triumph erzwingen und agierte dabei leider ein kleines Stück über dem Limit. Nach einigen Fahrfehlern verlor er acht Sekunden auf Ogier und rutschte in der Endabrechnung noch auf den dritten Platz hinter Ogier und Fourmaux ab. In der Weltmeisterschaft schrumpfte sein Vorsprung auf Ogier damit auf achtunddreißig Punkte zusammen während Evans und Fourmaux die Verfolgerplätze belegen.

Theodor Nygard