Rallye de España

Spanien ist in erster Linie ein touristisches Ziel und stärkt damit die eigene Wirtschaft sehr gut. Der Tourismus nimmt zwar in einigen Regionen bereits überhand, doch in der jüngeren Vergangenheit ist die Region Katalonien ganz anders aufgefallen.

Katalonien liegt im Osten von Spanien, man spricht katalanisch und die Region gehört noch keine 50 Jahre zu Spanien. Dementsprechend ist die Spaltung zwischen Spanien und Katalonien sehr stark spürbar und zeigte sich allein in den letzten 15 Jahren mit mehrfachen Versuchen die Unabhängigkeit von Spanien zu erwirken.

Auch wenn Katalonien das sogar mit Abstimmungen der Bevölkerung auf einem friedlichen Weg versucht, so schlägt Spanien jeden Versuch immer wieder nieder und sieht keine Unabhängigkeit der Region vor. Spanien beruft sich immer wieder darauf, dass eine Trennung vom restlichen Land allein über die Verfassung gar nicht möglich sei. Aber man sollte auch dazu erwähnen, dass Spanien z.B. einen Austritt aus der Kirche ebenso wenig vorsieht und dies sogar richterlich bestätigen lässt.

Die Reaktion auf diese Spannungen zwischen Spanien und Katalonien merkt man schließlich auch im Motorsport. Nicht ohne Grund verlassen die Formel 1 und die reale WRC schließlich die Region. Einzig die MotoGP, die noch mehrere Rennen auf der iberischen Halbinsel hat, bleibt in Barcelona erhalten.

Doch immerhin wir bleiben vor Ort und damit zur Rally:

In der WRC2 erlebte Thorsten auf den schnellen Asphaltbändern Kataloniens ein wahres Drama voller Emotionen. Am Freitag fand er sofort einen hervorragenden Rhythmus und setzte sich unter dem Jubel der zahlreichen Fans an den staubigen Felswänden um 12 Sekunden an die Spitze des Feldes. Der Samstag entwickelte sich jedoch zum Albtraum als ihn ein heftiger Reifenschaden einholte. Da er kein Ersatzrad an Bord hatte und die Mechaniker in der Servicezone außerhalb der Reichweite waren, musste er eine komplette Wertungsprüfung brutal auf der nackten Felge absolvieren. Unter ohrenbetäubendem Lärm im Cockpit verlor er 1 Minute 50 Sekunden und stürzte auf den 14. Platz ab. Am Sonntag versuchte Thorsten kämpferisch noch einmal alles zu mobilisieren doch die Spätfolgen waren verheerend. Mit massiven Schäden an Getriebe und Kühler schleppte er sich mit weiteren 16 Sekunden Rückstand über die Ziellinie der Power Stage. Trotz des 14. Gesamtrangs mit 2 Minuten Rückstand beim Sieg von Dominguez vor Korhonen, Cerny, Kajetanowicz und Prokop gab es im Ziel kein Halten mehr. Thorsten rettete einen Vorsprung von 35 Punkten vor Dominguez und krönte sich damit vorzeitig zum umjubelten Weltmeister. Dahinter folgen in der Tabelle Korhonen, Dapra und Cerny.

In der WRC1 startete Theodor am Freitagvormittag extrem angriffslustig und lag bei den Zwischenzeiten bereits deutlich in Führung. Beim extremen Cutten einer Kurve fing er sich jedoch einen Reifenschaden ein und verlor trotz eines blitzschnellen Radwechsels auf der Strecke 1,5 Minuten. Am Nachmittag schaltete er in den Angriffsmodus und fuhr komplett ohne Rücksicht auf Verluste. Am absoluten Limit peitschte er den Wagen fehlerfrei durch die Zuschauermengen und holte sich mit sieben Sekunden Vorsprung den Prüfungssieg womit er sich bis auf 1 Minute 23 Sekunden an das Feld herankämpfte.

Der Samstag stand ganz im Zeichen einer geschichtsträchtigen Aufholjagd. Theodor gab weiter unbarmherzig Vollgas und flog fehlerfrei über den Asphalt um sich mit drei Sekunden Vorsprung die nächste Bestzeit zu sichern wodurch der Rückstand auf 1:22 Minuten schrumpfte und Platz 14 in Sichtweite geriet. Am Nachmittag ging er erneut über das Limit hinaus und riskierte alles. Trotz leichter Blessuren an der Karosserie machte er fast 10 Sekunden gut und schob sich auf den neunten Gesamtrang vor wobei der Abstand zur Spitze auf 1 Minute 12 Sekunden schmolz.

Am finalen Sonntag mobilisierte Theodor auf der Power Stage die letzten Reserven und holte unter dem tosenden Applaus der Fans an der Strecke weitere 10 Sekunden sowie den prestigeträchtigen Prüfungssieg. In der Endabrechnung rettete er den sechsten Platz mit nur 1 Minute 2 Sekunden Rückstand ins Ziel was im Servicepark die Spekulationen anheizte was ohne das Pech vom Freitag möglich gewesen wäre. Evans feierte den Gesamtsieg vor Fourmaux, McErlean, Solberg und Rossel. Ein folgenschweres Wochenende erlebte dagegen Ogier der nach einem schweren Unfall nur auf Platz 14 landete und eine riesige Chance im Titelkampf vergab. In der Weltmeisterschaft führt Theodor nun komfortabel mit 75 Punkten vor Ogier und Evans bei noch 120 zu vergebenden Zählern während Fourmaux, Neuville und Solberg die Plätze dahinter belegen.

Theodor Nygard