Most

Wir bleiben in Tschechien, sind aber diesmal auf einem der ersten Autodroms des Ostblock: Most. Leider habe ich nur eine Version gefunden, die optisch der Gegenwart entspricht, aber immerhin den richtigen Streckenverlauf hat. Der Kurs besteht, abseits von der Passage bis zur ersten richtigen Kurve, eigentlich nur aus Kurven und ist deutlich breiter, als man es in der Formula Easter gewöhnt war. Der Charakter lässt sich am ehesten mit einem Go-Kart-Kurs vergleichen und das ist tatsächlich perfekt für die Fahrzeuge. Man merkt die geringe Leistung nicht mehr, stattdessen fährt sich der Wagen agil und auch das Heck will permanent arbeiten. In Summe ist das wohl eine der besten Strecken für diese Fahrzeuge und bereitet einem ständig ein Grinsen. Wenn man diese Kombi aus Strecke und Fahrzeug fährt, merkt man, warum auch die Fahrer der DDR diese Strecke sehr gemocht haben.

In der Quali konnten wir uns diesmal auf einen guten 7. Rang schieben und auch wenn Heinz Melkus und Wolfgang Krug etwas dagegen hatten, so konnte ich mich in der ersten Runde an beide vorbei schieben. Doch während vor mir langsam alle davon zogen, merkte ich, dass ich hier der Bremsblock bin. Wolfgang versuchte immer wieder vorbei zu kommen und schaffte dies schließlich auch. Ich kämpfte unterdessen immer wieder mit Drifts, die Schwung und somit Zeit kosteten. Es dauerte dadurch nicht lange und ich fand mich schließlich auf dem elften Platz und somit ohne Punkte wieder.

Nach ein paar Runden hatte ich die Reifen wieder im Griff und konnte wieder schneller fahren. Erst schnappte ich mir Norbert Kernchen, danach Bernd Queitsch. Vor mir waren nun Frieder Kramer, Bernd Kasper und Peter Melkus, doch der Abstand war bereits mehrere Sekunden. Ich arbeitete mich aber weiter ran und konnte in der letzten Runde endlich aufschließen. Peter ließ mir aber keinen Raum zum angreifen, so dass ich verzweifelt in der letzten Kurve außen vorbei wollte. Erst sah es so aus, als könnte ich es schaffen, doch Peter baute mehr Schwung auf und blieb neben mir. Bernd, zu dem Zeitpunkt noch siebter, gab mir auf Start und Ziel unfreiwillig Windschatten, so dass ich nun schneller war und versuchte zwischen Peter und Bernd durch zu kommen. Auf dem Zielstrich reichte es dann immerhin um Bernd um 0,04 Sekunden zu schlagen, Peter blieb aber 0,07 Sekunden vor mir. Zumindest P8 habe ich damit gerettet.

In der DDR Meisterschaft liegen Ulrich Melkus und ich nun gleichauf auf Rang 1, gefolgt von Peter Melkus, Frieder Kramer, Klaus Ludwig und dem punktegleichen Gespann Lindner, Glöckner und Schwalbe.

Thimo Nagel