Schleizer Dreieck

Das Schleizer Dreieck ist die älteste Naturrennstrecke Deutschlands und so etwas wie eine kleine Nordschleife. Viele technische Kurven auf wenig Raum reihen sich hintereinander. Leider hatte ich nur den aktuellen Streckenverlauf zur Verfügung, es gibt keine historische Variante der Strecke.

Die Quali verlief nicht besonders gut und ich musste außerhalb der Top10 starten. Es dauerte jedoch nur eine Runde, bis ich auf P8 und damit zugleich direkt hinter Ulli Melkus war. Mit der Meisterschaft im Hinterkopf war mir klar: Einfach nur an ihm dran bleiben, das reicht. Ulli versuchte unterdessen die Flucht nach vorne, kam aber auch nur einen Platz weit.

Zur Rennhälfte merkte ich dann immer deutlicher, dass Ulli nicht in Topform war. Ich konnte ihn schließlich angreifen und mich sehr schnell absetzen. In den folgenden Runden machte ich mich nun auf den Weg nach vorne und konnte mir Platz um Platz ergattern, bis ich an Jürgen Meißner dran war. Jürgen war ein harter Brocken, aber auch ihn konnte ich drei Runden vor Schluss knacken. Ab hier war es eine kontrollierte Fahrt zu meinem zweiten Sieg und damit auch zur Meisterschaft.

Ulrich Melkus wurde zweiter der DDR-Meisterschaft mit 18 Punkten Rückstand, gefolgt von Manfred Glöckner mit weiteren 22 Punkten Abstand. Dahinter komplettieren. Jurisch, Kramer, Meißner, Peter Melkus, Ludwig, Brand und Schwalbe die Top10.

Unabhängig vom Meisterschaftstitel hat mir die Saison ziemlich viel Spaß gemacht. Auch wenn man nur knapp über 100 PS zur Verfügung hat, so kann der kleine Flitzer ordentlich Spaß machen und manchmal einen sogar fordern. Die Rennen waren meist sehr eng und spannend, während es eine schöne Erfahrung war mal wieder ein paar neue Strecken kennenzulernen. Insbesondere war das Schleizer Dreieck ein dunkler Fleck, den ich nun endlich beseitigen konnte. Ich hoffe, die Serie hat auch dem Leser Spaß gemacht und ich konnte das Interesse für diese Fahrzeuge wecken. Und auch wenn „wir doch nichts hatten“, so ist das für Spaß auf der Rennstrecke nicht weiter wichtig. 😉

PS: Eine zweite Saison wird es wohl nicht geben. Erst wenn noch so 6-7 weitere Strecken historisch korrekt umgesetzt wurden, die tatsächlich Ende der 70er, Anfang der 80er in der DDR gefahren wurden, könnte ich es mir noch einmal überlegen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt aber selbst optimistisch gesehen … bei null. 😉

PPS: An dieser Stelle vielen Dank an Jürgen Meißner und www.ddr-formel1.de . Es war mir eine Freude mich durch diese Website zu klicken und alle Infos aufzusaugen. Eine Seite, die mit viel Herzblut und Emotionen gefüttert wurde und die ich jedem nur empfehlen kann.

Thimo Nagel