Brünn

Der dritte Lauf meiner Meisterschaft führte uns ins tschechische Brünn (Brno) und auf die alte Strecke dieser Region. Der Kurs war damals noch knapp 14 km lang, hatte viele Geraden, aber auch schnelle und geschwungene Kurven. Das ganze wurde hin und wieder durch enge und tückische Stellen unterbrochen, während man immer wieder durch kleinere Ortschaften fährt und eine Runde fast 6 Minuten dauert. Der alte Kurs war somit eher mit dem alten Spa vergleichbar, als mit der heutigen Strecke in Brünn.

Im Qualifying haben wir keine gute Runde erwischt, was aber weniger an den Kurven und viel mehr an den Geraden lag. Von P18 aus sollte es ins Rennen gehen, während ich den Heckflügel deutlich flacher stellte.

Vom Start weg kamen wir direkt in die Top10 und konnten dort bereits auf den ersten Geraden weiter Boden gut machen. Im ersten Wald und auf den ersten schnellen Kurven merkte ich jedoch, dass durch den flachen Flügel das Heck plötzlich ordentlich arbeiten will und ich gefühlvoll mit dem Gas umgehen muss, um mich nicht zu drehen. Der Spagat gelingt mir, während es vor mir bereits den ersten Unfall zwischen Kasper und Brand gibt.

Mit den weiteren Geraden konnte ich am Ende der ersten von fünf Runden bereits auf P5 vor rücken, vor mir Ulli Melkus mit einer beschädigten Front, hinter mir Heiner Lindner mit ordentlich Speed. Letzterer folgte mir bis in die dritte Runde wie ein Schatten, bevor er versuchte mich zu überholen. Ich kam jedoch mit mehr Schwung aus der Kurve und konnte direkt kontern, während wir beide nun langsam Ulli eingeholt hatten.

Ulli war durch seinen Schaden keine große Hürde für mich, Heiner musste jedoch ein paar Kurven abwarten, um mir zu folgen. Damit war die Lücke zwischen uns eröffnet und Heiner konnte den Windschatten nicht mehr nutzen. In der letzten Runde musste noch Manfred Günther aufgeben, so dass ich auf P3 vor rückte, während plötzlich Heiner wieder dran war. Durch den Druck rutschte ich sogar einmal erschreckend nah an eine Laterne ran, konnte aber den Wagen auf den Bordstein lenken und verlor so nur etwas Zeit. Ich spielte erneut meinen Vorteil auf den Geraden aus und konnte anschließend Heiner weiter hinter mir halten und damit als dritter ins Ziel fahren.

Ulli rutschte unterdessen aus den Punkten raus, so dass ich mit dem dritten Mal P3 in Folge die Meisterschaftsführung übernehmen konnte. Ulli ist aber mit 9 Punkten Rückstand weiter zweiter, gefolgt von Peter Melkus, Klaus Ludwig und Frieder Kramer. Heiner Lindner und Manfred Glöckner sind punktegleich ebenso auf P5.

Thimo Nagel