Die Entscheidung um die Krone fiel beim legendären Langstreckenklassiker. Thilo ging lediglich von der achten Position ins Rennen, erwischte jedoch einen Traumstart und schob sich direkt auf den fünften Rang vor. Auf der ultralangen Hunaudières-Geraden entbrannte sofort ein packender Windschattenkampf: Thilo rang de Changy im Duell um Platz vier nieder und schnappte sich im selben Atemzug auch noch Hamilton. Am Ende der Geraden hatte er bereits zu den führenden Cobras aufgeschlossen. Diese spielten diesmal keine Sonderrolle, da Ferrari und Maserati auf den Geraden absolut ebenbürtig waren. Als Bolton durch einen technischen Defekt weit zurückgeworfen wurde, fand sich Thilo direkt am Heck von Patthey wieder.
Wie schon in den vorherigen Rennen wurde der enorme Durst der Cobras zum strategischen Knackpunkt. Während Patthey früher zum Tanken an die Box abbiegen musste, spielte Thilo die bessere Effizienz seines Ferrari aus, legte weniger Stopps ein und übernahm am Abend die Führung. Diese Spitzenposition gab er über die gesamte Nacht nicht mehr ab. Im Gegenteil: Durch fehlerfreie Runden im Dunkeln fuhr er einen komfortablen Vorsprung von 90 Sekunden auf Hugus heraus. Im weiteren Rennverlauf lief der rote Renner wie ein Schweizer Uhrwerk, sodass Thilo seinen Vorsprung bis zum Fallen der Zielflagge auf fast zwei Minuten ausbaute.
Mit einer meisterlichen Fahrt sicherte sich Thilo den viel umjubelten Sieg vor Hugus und Bonnier. Die weiteren Top-Plätze belegten Gendebien, Patthey, de Changy, Bolton, Trintignant, Hamilton und Halford, während Titelrivale Poch in der S3-Klasse lediglich als Fünfter ins Ziel kam.
Mit diesem Triumph fängt Thilo den Führenden auf den allerletzten Metern der Saison noch ab, erobert Platz eins im Gesamtklassement und krönt sich zum zweifachen Champion. Er ist damit der erste Pilot der Seriengeschichte, der mehr als einen Titel einfahren konnte. Poch muss sich mit dem Vizetitel begnügen, gefolgt von Patthey, Laureau, Mougin, Hugus, de Changy und Bonnier. Auch für die Scuderia Ferrari bedeutet dieser Erfolg einen historischen Meilenstein: Sie ist der erste Teilnehmer, dem es gelang, die Meisterschaft mit Fahrzeugen aus zwei verschiedenen Klassen zu gewinnen.









