1958 – Monza

Statt in Rouen wurde dieses Jahr in Monza gefahren und beim Heimspiel der italienischen Traditionsmarken herrschte bereits vor dem Start Hochspannung. Thilo qualifizierte sich auf dem zweiten Startplatz direkt hinter Bonnier im Maserati, womit zwei rote Renner die erste Reihe bildeten. Beim Erlöschen der Startlampen stürmte jedoch Patthey heran und übernahm die Führung, während sich Thilo, Bolton und Bonnier dahinter einsortierten. Das Feld wurde jedoch früh durchgemischt, als sich Bolton von der Strecke drehte und Bonnier dadurch kampflos den dritten Rang zurückerhielt.

Bonnier blies sofort zur Attacke, ging wieder an Thilo vorbei und jagte den Führenden. Auf den langen Geraden und dem geschwungenen Oval spielten der Maserati und der Ferrari ihre enorme Höchstgeschwindigkeit voll aus, waren deutlich schneller als Patthey und schoben sich gemeinsam auf die Plätze eins und zwei vor. Thilo setzte sich in den folgenden Umläufen zwar erfolgreich von Patthey ab, fand gegen Bonnier jedoch kein Mittel, da der Maserati an diesem Tag auf den Geraden das noch schnellere Auto war.

Der extreme Topspeed forderte jedoch seinen Tribut, denn Bonnier musste aufgrund des höheren Verbrauchs deutlich früher als Thilo zum Nachtanken an die Box abbiegen. Thilo erbte dadurch zeitweise die Führung, während Bonnier sein Tempo drosseln musste, um nicht durch einen zweiten unplanmäßigen Tankstopp jegliche Siegchancen zu verspielen. Die Taktik des Maserati-Piloten ging am Ende auf. Er schonte seine Reserven gerade genug, fing den Ferrari wieder ab und übernahm erneut die Spitzenposition. Thilo hatte im Finale keine Chance mehr auf einen Konter, obwohl er das Rennen mit einem Boxenstopp weniger auf der Habenseite beendete.

Bonnier sicherte Maserati den umjubelten Heimsieg vor Thilo, der einen starken zweiten Platz ins Ziel brachte. Die weiteren Ränge belegten de Changy, Gendebien, Hugus, Patthey, Jopp, Trintignant, Bolton und Siegrand.

In der Gesamtwertung behauptet Poch weiterhin die Führung. Sein Vorsprung ist jedoch zusammengeschmolzen, denn Thilo lauert nun als direkter Verfolger auf dem zweiten Platz, knapp vor Patthey, Laroche, Bolton und de Changy.

Thilo Neusch