Das einzige Nachtrennen der Saison bot eine spektakuläre Kulisse für eine geschichtsträchtige Aufholjagd. Tsuyoshi ging nur von dem 15. Startplatz aus in das Flutlichtrennen, profitierte aber sofort von einem schweren Unfall in der berüchtigten Grundig-Kehre, der ihn auf die zwölfte Position spülte. Nach einer notwendigen Safety-Car-Phase wiederholte sich das Drama an exakt derselben Stelle, wodurch Tsuyoshi wie durch ein Wunder auf den fünften Rang katapultiert wurde. Mit purem Offensivdrang kämpfte er sich an Mies vorbei und setzte auf eine mutige Taktik. Ein extrem kurzer erster Stint machte ihn zum absolut schnellsten Mann auf der Strecke, sodass er bereits im 25. Umlauf die Führung übernahm und elf Runden später zum Service abbog.
Als Neunter kehrte der Pilot auf den Asphalt zurück, mit einem Rückstand von 5,6 Sekunden auf Jani, der mit einer ähnlichen Strategie operierte. Als sich das Feld durch die Boxenstopps der Konkurrenz bereinigte, kristallisierte sich ein packendes Duell um den Sieg heraus. Tsuyoshi knabberte in der Dunkelheit kontinuierlich Zehntelsekunden ab und saugte sich in der 80. Runde schließlich an das Heck des Führenden heran. Nur vier Umläufe später setzte er das entscheidende Manöver, zog unwiderstehlich an Jani vorbei und übernahm die Spitzenposition. In den verbleibenden Runden der insgesamt 108 Runden dauernden Schlacht distanzierte er seinen Verfolger mühelos und kreuzte mit einem komfortablen Vorsprung von 6,5 Sekunden die Ziellinie.
Hinter dem souveränen Sieger Tsuyoshi rettete Jani den zweiten Platz ins Ziel, dicht gefolgt von Lietz auf dem letzten Podiumsplatz. Ried und Dries Vanthoor komplettierten die Top Fünf des Rennens. Die restlichen Positionen in den Punkterängen sicherten sich Aitken, Laurens Vanthoor, Shwartzman, Stolz und Schmid.
Mit diesem Triumph krönt sich Tsuyoshi bereits zwei Rennen vor dem Saisonende vorzeitig zum neuen Meister und liegt nun uneinholbare 41 Punkte vor Stolz. Den dritten Rang in der Meisterschaft belegt Aitken vor Buemi, Ried und Lietz. In der Teamwertung behauptet sich Schubert an der Spitze vor SSR und HRT. Die Markenwertung führt BMW vor Ford und Ferrari an, während Toyota und Audi die verbleibenden Spitzenplätze belegen.









