2026 – Int. 250 km Brandenburgrennen

Von dem enttäuschenden 18. Startplatz aus peitschte Tsuyoshi seinen BMW nach vorne und machte allein in der Startrunde vier Positionen gut. Der Vorstoß aus dem dichten Mittelfeld glich einem fesselnden Husarenritt. Kurz darauf schnappte er sich zwei weitere Konkurrenten, bis er Stoßstange an Stoßstange hinter Lietz lauerte. Rundenlang bissen sich die Reifen an dem Vordermann die Zähne aus, ehe das erlösende Überholmanöver gelang. Die nun freie Bahn nutzte der Pilot perfekt aus, um mit absoluten Bestzeiten den strategischen Vorteil der Konkurrenz zu zertrümmern. Während das Feld zum Reifenwechsel abbog, blieb Tsuyoshi auf der Strecke und übernahm kurzzeitig sogar die Führung, bevor er nach der Rennmitte als Sechster wieder auf den Asphalt zurückkehrte.

Mit frischem Gummi fackelte Tsuyoshi nicht lange und presste sich sofort an Aitken und Schmid vorbei. Das Bereinigen der Boxenstopps spülte ihn auf die zweite Position nach vorne, doch die Aufgabe schien unlösbar. Ganze 20 Sekunden Vorsprung hatte der Führende Buemi zu diesem Zeitpunkt noch. Tsuyoshi entfesselte eine gnadenlose Jagd und knabberte Zehntel um Zehntel von der Lücke ab. Zehn Runden vor dem Ende der insgesamt 72 Umläufe klebte er schließlich am Heck des Spitzenreiters. Das Manöver zur Führung war Formsache, doch die Euphorie hielt nur kurz. Beim überstürzten Überrunden eines Ford kam es zum folgenschweren Kontakt. Der Prototyp drehte sich von der Strecke und Tsuyoshi fiel auf den dritten Rang hinter van der Linde zurück. Zwar saugte sich der Unglücksrabe noch einmal an das Spitzenduell heran, doch die Reifen waren endgültig zerstört.

Am Ende rettete Buemi den glücklichen Sieg über die Ziellinie. Van der Linde sicherte sich den zweiten Platz auf dem Podium, direkt vor dem enttäuschten Tsuyoshi. Die weiteren Punkteränge gingen an Stolz und Vermeulen auf den Plätzen vier und fünf. Dahinter überquerten Aitken, Wittmann, Schmid und Gehrsitz die Linie. Den letzten Zähler für die Top Ten sicherte sich Mortara.

In der Fahrerwertung verteidigt Tsuyoshi die Spitze und liegt nun 23 Punkte vor Stolz. Auf den weiteren Rängen folgen Buemi, Aitken und Mies. Schubert thront an der Spitze der Teammeisterschaft vor SSR, HRT und Winward. Bei den Herstellern führt Ford die Wertung vor BMW und Toyota an, während Ferrari und Audi die Top Fünf komplettieren.

Tsuyoshi Nakamoto