Safari Rally

Kenia gehört nicht nur zu einem der am längsten durch Menschen besiedelten Gebiete, sondern hat auch eine bis Mitte des 20. Jahrhunderts andauernde Kolonialzeit hinter sich. Wie bereits bei Mexiko, so haben auch in Kenia die Europäer mehr Unruhen hinterlassen, als die Unabhängigkeitserklärung wieder in den Griff bekommen konnte.

Dabei hat Kenia vor ca. 20 Jahren bereits angefangen, sich den westlichen Idealen anzunähern und gab auch an die Pressefreiheit zu schützen. Die Umsetzung erfolgte jedoch nur teilweise und ebenso gab es bei Wahlen regelmäßig Fälschungen. Und auch wenn das Land erkannt hat, dass man ein beliebtes touristisches Ziel ist, so werden die Einnahmen sehr ungleich im Land verteilt.

Ein großer Teil der Bevölkerung leidet unter Hunger und Armut, da durch die meisten Gebiete nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden können. Durch die steigenden Temperaturen sind die meisten Böden verdorrt und unfruchtbar. Eine Folge ist die mittlerweile dramatische Kinderprostitution, die neben der Kriminalität als ein Weg aus der Armut genommen werden. Beinahe ein Drittel der 12 bis 18 jährigen ist hiervon betroffen und sieht meist keine andere Wahl, um keinen Hunger leiden zu müssen. Die sehr ungleich verteilten Vermögenswerte sind ein Hauptgrund, warum dieser Wert so extrem hoch ist. Immerhin hat das Land an der Schulbildung stark gearbeitet und konnte so über die letzten Jahre zumindest die AIDS-Rate senken und die Lebenserwartung erhöhen.

Man kann somit immerhin festhalten, dass der Umbruch im Land angefangen hat. Mit einer nicht wirklich freien Wahl bleibt es jedoch bei den aktuellen Kräfteverhältnissen im Land und während einige im Wohlstand leben, müssen andere mit sehr wenig Leben. Ein sozialeres Gefüge würde dem Land hingegen einen deutlichen Gewinn bringen. Das Land könnte touristisch noch viel mehr erschlossen werden und mit kreativen Lösungen die Armut und Hungersnot bekämpfen. Nur eine gute Bildung reicht schließlich nicht aus, wenn man anschließend wieder ausgegrenzt und unterdrückt wird. Ein solcher Wandel wird jedoch nur schwer Wirklichkeit, da damit die wenigen ganz mächtigen des Landes stark geschwächt werden würden.

Und damit zur Rally:

Diesmal war nur die WRC dabei und Theodor Nygård hatte bereits am ersten Tag Probleme. Er kam früh von der Strecke ab und holte sich einen Schaden an der Front, so dass er zwischenzeitlich nur auf P11 lag. Am Ende des ersten Tages konnte er sich auf Rang9 verbessern, war aber bereits 29 Sekunden hinter Ogier auf P1.

Am zweiten Tag war er nun deutlich schneller und konnte mit Ogier mithalten. Er setzte jedoch als einer der wenigen auf die harten Reifen, da es der längste Tag der Rally werden sollte. Dennoch konnte er auch am Nachmittag schnell und fehlerfrei bleiben und sich mit 35 Sekunden Rückstand bis auf P4 verbessern. Allerdings lagen die Ränge 2 bis 7 noch dicht beieinander und alles war möglich.

Am letzten Tag passierte schließlich das Drama an der Spitze: Ogier zog sich einen Reifenschaden zu und verlor damit sehr viel Zeit. Nicht nur war seine Führung dahin, er sollte sogar aus den Punkterängen fallen. Theodor konnte hingegen von den weichen Reifen profitieren und blieb völlig fehlerfrei. So holte er sich schließlich auch noch den Sieg auf der Power Stage und um 11 Sekunden den Gesamtsieg vor Fourmaux und Evans. Ogier, der durch seinen Reifenschaden ca. eine Minute verlor, wurde mit 50 Sekunden Rückstand 13. und hat damit den klaren Sieg verloren.

In der Gesamtwertung konnte Theodor damit seine Führung auf 30 Punkte ausbauen, zweiter ist nun Fourmaux vor Ogier, Evans und Neuville. Ogier darf sich nun keine Fehler mehr erlauben, während es bei der nächsten Rally in Portugal auch mit dem WRC2 und WRC3 weiter geht.

Theodor Nygard