Arctic Rally Scandia

Mit Schweden bringt man nicht nur einen globalen Möbelhersteller und Hackbällchen in Verbindung, sondern auch den extrem hohen Stand an Bildung, Stabilität, Fortschritt, Pressefreiheit, Demokratieindex und Freiheitsstatus. Doch auch wenn ich mit dem WRC auch positive Entwicklungen hervorheben möchte, so muss man im Falle von Schweden auch mal die Probleme ansprechen, die man in Deutschland eher weniger mitbekommt.

Schweden ist in den letzten Jahren im Ranking der friedlichsten Länder immer weiter zurück gefallen und befindet sich aktuell sogar hinter Oman und Mazedonien. Der Grund ist dabei die hohe Bandenkriminalität, die mittlerweile sogar in Wohngebieten durch Gewalttaten und Vandalismus auffällt. Insbesondere die tödlichen Vorfälle mit Schusswaffen sind in den letzten Jahren auf das 15 bis 20 fache der Nachbarländer angestiegen.

Auch wenn der Politik das bekannt ist, so wird man derzeit nicht Herr der Lage und kann die Kriminalität nicht verringern. Doch statt die Probleme weiter effektiv anzugehen, nutzt man die Probleme eher für die eigene Parteiwerbung und schiebt die Ursachen (wie auch bei uns) auf die Migration und geht daher grundlegend von sozialen Spannungen aus. Auch wenn die Hauptregion der Migranten mit Vorderasien ähnlich ist, so sind es jedoch andere Länder. Ebenso beschreibt Schweden den Migrationsanteil an der Bevölkerung sehr hoch, belegt im europäischen Vergleich eher einen mittleren Platz.

Insgesamt zeigt sich damit in Schweden aber das gleiche Problem, dass auch in Deutschland vorliegt: Man war zu wenig auf die Migrationswellen vorbereitet und hat damit bereits zu Beginn verpasst vernünftig zu integrieren und respektieren. Besonders Flüchtlinge wurden allein aufgrund Ihrer Herkunft ausgegrenzt und nicht in den Alltag eingebunden. Dadurch hat man diese soziale Gruppe eher isoliert und wenig Aussichten auf ein besseres Leben geboten. Die erhöhte Kriminalität ist damit viel mehr darauf zu führen, dass Migranten keine wirkliche Chance bekommen und sich nun mit Gewalt Gehör und Eigentum verschaffen. Oder auch: Wie in Deutschland, so hat auch Schweden das Thema vor 20 Jahren verschlafen und kleingeredet und steht nun mit einem Problem da, das man so schnell nicht mehr gelöst bekommt.

Da Schweden aber mit zu den gebildetsten Ländern gehört, habe ich die Hoffnung, dass man versteht, dass aus den neuen Bewohnern des Landes eine Gemeinschaft entstehen muss. Erst durch Respekt und Integration kann man diese Spannungen wieder abbauen und ein friedliches Land werden. Der deutsche Weg (Abschiebungen propagieren) ist dagegen eine schlechte Wahl und verstärkt die Spannungen. Es bleibt abzuwarten, wie sich Schweden entscheidet.

Und damit kommen wir zum Motorsport:

Im WRC3 konnte Theodor Niskanen über den ersten Tag als einziger mit Spitzenreiter Ville Vatanen mithalten und lag nur dicht hinter ihm. Doch Vatanen hatte am zweiten Tag starke Probleme und fiel weit zurück. Damit war der Weg für Theodor frei und er konnte sich seinen ersten WRC3 Sieg holen. Zweiter wurde Matteo Fontana vor Taylor Gill.

Theodor und Fontana sind in der Meisterschaft nun punktegleich auf P1, dahinter folgen Gill, Rossi und Kazaz.

Im WRC2 hatte sich Thorsten Naujoks direkt zu Beginn des ersten Tages überschlagen, durch den weichen Schnee aber keinen größeren Schaden gehabt. Anschließend konnte er sich Stück für Stück wieder an die Spitze arbeiten und war vor der letzten Etappe nur eine Sekunde hinter Roope Korhonen. Korhonen hatte schließlich eine schlechte Power Stage und Thorsten konnte damit vor ihm zum Sieg fahren. Dritter wurde Diego Dominguez Junior.

Thorsten ist in der Meisterschaft nun 17 Punkte vor Korhonen, dahinter folgen Dapra, Solans und Dominguez.

Für den WRC3 und den WRC2 geht es nun erst in Portugal weiter.

Im WRC hatte Theodor Nygård zu Beginn des ersten Tages kleine Fehler und rutschte damit im Verlauf des Tages von P2 auf P5 mit 31 Sekunden Rückstand ab. Am zweiten Tag begann er weiter mit kleinen Fehlern und verlor weitere 10 Sekunden, bevor er am Ende des Tages in den Rhythmus kam und mit 41 Sekunden Rückstand vierter war.

Den letzten Vormittag konnte er dagegen sehr gut starten und 10 Sekunden auf Ogier an der Spitze aufholen. Das brachte ihn schon auf den zweiten Platz, bevor die Power Stage anstand. Hier blieb er weiterhin fehlerfrei, auch wenn er nun am Limit war und konnte sich so zumindest diesen Sieg holen.

Insgesamt blieb er jedoch auf P2 mit 24 Sekunden Rückstand auf Ogier, während Pajari dritter vor Fourmaux, Neuville und Katsuta wurde.

In der Meisterschaft führt Theodor nun 17 Punkte vor Ogier, dahinter folgen Neuville, Fourmaux und Evans. Weiter geht es nun in Mexico bei der Aztec Rally.

Theodor Nygard