1957 – Rouen

In Frankreich war ein neuer Schauplatz im Rennkalender. Statt auf dem gewohnten Kurs in Zandvoort wurde in Rouen gefahren und Thilo kam mit der neuen Strecke auf Anhieb gut zurecht. Im Qualifying sicherte er sich den fünften Startplatz und legte beim Erlöschen der Startlampen einen perfekten Sprint hin, der ihn sofort auf den vierten Rang nach vorne katapultierte. Dort lief er jedoch auf die drei Jaguar D-Type von Hamilton, Flockhart und Frere auf. Thilo konnte das extrem hohe Tempo der Raubkatzen nicht ganz mitgehen, da die Jaguar an diesem Tag schlicht das stärkere Paket besaßen. Da der Rückstand aber nur langsam anwuchs, blieb Thilo in Schlagdistanz. Er profitierte schließlich von einem unplanmäßigen Boxenstopp von Frere sowie einem Fahrfehler von Hamilton und übernahm die zweite Position.

Die Ruhe hielt jedoch nicht lange, denn Sanderson lauerte direkt im Rückspiegel. Es entbrannte ein intensiver Zweikampf um den zweiten Platz, bei dem sich der Brite schließlich durchsetzte und an Thilo vorbeizog. Erst in der zweiten Rennhälfte wendete sich das Blatt wieder, als die Reifen oder Motoren der D-Types Tribut zollen mussten und das Tempo der Führenden spürbar einbrach. Thilo blies zur Jagd und holte mit großen Schritten auf. Nach drei Vierteln der Distanz schnappte er sich Sanderson und lag in den Schlussrunden dicht hinter dem Spitzenreiter Flockhart. Am Ende fehlten lediglich eineinhalb Sekunden für den ganz großen Coup, da er nicht mehr entscheidend für ein Überholmanöver ansetzen konnte.

Den Sieg holte sich Flockhart knapp vor Thilo, der sich über einen starken zweiten Platz freuen durfte. Dahinter überquerten Sanderson, Frere, Hamilton, Arents, Hawthorn, Swaters, Bolton und Collins die Ziellinie.

In der Meisterschaft führt nun überraschend Bolton aus der kleineren S3-Klasse das Gesamtklassement an, gefolgt von seinem Klassenkollegen Bianchi. Dahinter lauert die S5-Elite mit Moss, Flockhart, Collins und Thilo auf den Plätzen.

Thilo Neusch