Das zweite Rennwochenende der brachte für Thomas Neugärtner im Nissan Sunny GTI wichtige Erkenntnisse. Er hatte im Vorfeld fleißig gearbeitet und die Tankanzeige korrigiert sowie die Bremsbalance leicht nach hinten verlegt. Zudem wurden die Kühleinlässe an der Front korrigiert, um mehr Luft auf die Reifen zu leiten, was im Gegenzug für etwas mehr Luftwiderstand sorgte. Im Qualifying sicherte sich Thomas den dritten Startplatz in der Klasse 24.
Direkt beim Start erwischte Thomas einen perfekten Moment und zog am bärenstarken Opel Kadett von Verhoeven vorbei. Der extrem schnelle Opel holte sich die Position zwar noch in der ersten Runde zurück, aber beide Fahrzeuge machten sofort ordentlich Druck auf den Klassenführenden Kamm im VW Golf. Thomas konnte diesmal die Pace an der Spitze mitgehen, bis Kamm den Golf mit technischen Problemen vorzeitig an der Box abstellen musste. Von hinten stürmte nun Schilling im Renault Clio heran. Thomas hielt anderthalb Runden lang stark dagegen, musste den Clio dann aber ziehen lassen und ging mit nur zehn Sekunden Rückstand auf den Führenden zum ersten Boxenstopp nach fünf Runden.
Der zweite Stint verlief deutlich besser als beim Saisonauftakt. Zwar kam Keutmann im zweiten VW Golf wieder von hinten näher, das Duell begann jedoch viel später im Rennen. Thomas konnte sich im Bonsai Godzilla rundenlang erfolgreich wehren, was im ersten Lauf noch völlig unmöglich war. Erst auf der langen Döttinger Höhe nutzte Keutmann den Windschatten, zog am Nissan vorbei und setzte sich in der Folge leicht ab.
Im dritten Stint folgten die obligatorischen Überrundungen durch die schnelleren Topklassen. Ein gutes Zeichen für die gesteigerte Pace des Nissan war die Tatsache, dass diese Überrundungen diesmal erst deutlich später einsetzten als im ersten Rennen. Durch die Boxenstopps der Topklassen wurde Thomas zwar gleich zwei Mal von den schnellen Boliden eingeholt, der Rhythmus litt darunter jedoch kaum. Zu den Porsche 944 gab es in dieser Phase des Rennens überhaupt keine Berührungspunkte, im Gegensatz zum ersten Rennen.
Thomas ging mit einem Rückstand von 25 Sekunden auf Keutmann in den letzten Stint. Doch Keutmann riskierte zu viel, drehte sich von der Strecke und beendete sein Rennen vorzeitig in den Reifenstapeln. Thomas nutzte die Chance und spulte noch zwei absolut saubere Runden ab. In der allerletzten Runde tauchten schließlich die Porsche 944 im Rückspiegel auf. Sie hatten es diesmal aber spürbar schwerer gegen den Nissan und nur König schaffte auf der Döttinger Höhe noch ein erfolgreiches Überholmanöver. Thomas überquerte die Ziellinie und sicherte sich den hervorragenden dritten Platz in der Klasse 24 hinter Verhoeven im Kadett und Schilling im Clio.
Viel wichtiger als das reine Ergebnis ist der riesige Sprung bei der Performance, denn Thomas fand fast eine halbe Minute auf die gesamte Renndistanz. Der Gesamtsieg ging an Freichels im Cup 911, während der Favorit Stursberg im Porsche RSR nur auf dem dritten Gesamtrang landete. In der Meisterschaftstabelle führt Verhoeven nun mit 155 Punkten vor Stursberg und Freichels. Thomas belegt mit 137,5 Punkten den 14. Platz und ist damit punktgleich mit acht anderen Fahrern mitten im Mittelfeld platziert.
Das technische Fazit fällt sehr aufschlussreich aus. Die korrigierte Tankanzeige funktionierte fehlerfrei und leuchtete exakt eine Runde vor dem geplanten Boxenstopp auf der Döttinger Höhe auf. Die neuen Kühleinlässe zeigten ebenfalls Wirkung und hielten die Reifen deutlich besser im optimalen Temperaturfenster. Der Wagen rutschte spürbar weniger und die Zeiten blieben länger konstant. Am Ende des Rennens fehlten Thomas nur sieben Sekunden auf seine eigene Bestzeit, die er im Vergleich zum ersten Lauf um stolze anderthalb Sekunden verbessern konnte.
Dennoch bleibt die thermische Belastung das Hauptproblem. Die Reifen sahen nach dem Rennen zwar besser aus als beim Debüt, hinkten im direkten Vergleich zur Konkurrenz aber immer noch hinterher. Der Nissan leitet im kurvigen Bereich der Nordschleife zu viel Energie in die Gummis, was die Temperaturen zu stark ansteigen lässt. Thomas will die Kühlung an der Front für den nächsten Lauf noch einmal modifizieren und den Luftstrom weg von den Bremsen und noch gezielter auf die Reifen lenken. Auch die Bremsbalance soll ein weiteres Stück nach hinten wandern, um die thermische Energie der vorderen Bremsanlage zu reduzieren.
Ein neues Problem offenbarte sich zudem beim Motor. Zwischen 6000 und 7000 Umdrehungen fehlt dem Triebwerk der nötige Druck. Besonders in der Bergaufpassage von Breidscheid bis zur Hohen Acht verliert der Bonsai Godzilla spürbar an Boden, während er danach auf den schnellen Abschnitten sogar mit dem Kadett mithalten kann. Genau wie die zu hohe Radlast auf der Vorderachse ist dieses Leistungsloch aber keine Aufgabe für einen schnellen Umbau zwischen den Rennen. Diese beiden Großprojekte müssen bis zur Winterpause warten und werden dann grundlegend angepackt.








