Heute ließ sich zum Rennstart sogar mal leicht die Sonne blicken, während Theodor direkt beim Erlöschen der Startampel versuchte, an Jordan vorbeizukommen. Dieser verteidigte sich zunächst vehement, doch Theodor setzte bei der zweiten Kurvenkombination des ehemaligen Flughafens sofort zum nächsten Angriffsversuch an und ging diesmal erfolgreich vorbei. Kurz vor dem Ende der ersten Runde knackte er mit einem beherzten Manöver sogar noch Björk und übernahm die Führung des Feldes. Einmal an der Spitze brannte Theodor eine Bestzeit nach der anderen in den Asphalt und baute einen komfortablen Vorsprung von knapp zwei Sekunden auf Björk aus. Alles sah nach einem sicheren und überlegenen Triumph aus, doch nach zwei Dritteln der Renndistanz öffneten sich schlagartig die Schleusen am Himmel.
Es fing urplötzlich an wie aus Eimern zu regnen, woraufhin fast das gesamte Feld an die Box steuerte, um auf Regenreifen zu wechseln. Einzig Michelisz und Jordan pokerten hoch, blieben auf der Strecke und versuchten ihr Glück weiter auf Slicks. Da der heftige Schauer so schnell ging, wie er gekommen war, trocknete der raue Betonbelag im Nu wieder ab, wodurch die beiden Mutigen plötzlich mit riesigem Vorsprung in Führung lagen, während Theodor sich auf dem dritten Rang wiederfand. Er mobilisierte in der Schlussphase noch einmal alle Reserven und blies zur Jagd auf die Führenden. Obwohl er über eine Sekunde pro Umlauf schneller als die Spitze war, gingen ihm am Ende einfach die Runden aus, sodass ihm beim Fallen der Zielflagge immer noch 31 Sekunden auf den Sieg fehlten. Der dritte Platz auf dem Podest war in Anbetracht der dominanten Anfangsphase zwar ärgerlich, doch unter diesen unberechenbaren Bedingungen waren die Regenreifen die deutlich sicherere Wahl für den Titelkampf.
Den Sieg holte sich Michelisz vor Jordan, während Theodor als Dritter das Podium komplettierte. Dahinter folgte Estre auf der vierten Position vor Spengler auf dem fünften Platz. Die verbleibenden Platzierungen innerhalb der besten zehn Fahrzeuge sicherten sich Björk sowie Berton und Green, während Farfus und Borkovic die Punkteränge abrundeten.
In der Meisterschaftstabelle spitzt sich die Lage vor dem großen Finale dramatisch zu, da der führende Scheider nun nur noch elf Punkte vor Theodor liegt. Dicht dahinter lauern Björk sowie Spengler gefolgt von Michelisz sowie Jordan und Molina, während Paffett das Paket der Titelanwärter komplettiert, die rechnerisch alle noch Chancen auf die Meisterschaftskrone besitzen. Die Teamwertung wird weiterhin überlegen von Walkenhorst vor Phoenix und Irmscher angeführt. Bei den Herstellern behauptet Opel die Spitzenposition vor BMW und Mercedes, während Audi sowie Ford und VW die weiteren Plätze belegen.






