Finnland ist eines der jüngsten europäischen Länder und wurde nach der Besetzung durch Schweden und Russland erst Anfang des 20. Jahrhunderts unabhängig und ein eigener Staat. Abseits davon lässt sich über das Land der tausend Seen jedoch fast nur bekanntes sagen: Wirtschaftlich stark, sehr hohe Bildung, sehr gute soziale Abdeckung, ein Wohlfahrtsstaat, demokratisch, frei … und klimafreundlich?
Beim letzteren scheiden sich tatsächlich die Geister. Finnland möchte als erstes Land CO² negativ werden und hat dafür auch ambitionierte Ziele. Ebenso soll besonders der Wald geschützt werden. Doch nimmt man sich die Klimaschutzgesetze und -ziele genauer vor, dann bröckeln die Fassaden ziemlich schnell.
Finnland ist recht dünn besiedelt und hat damit nur wenig Bevölkerung auf einer großen Fläche, während z.B. Deutschland fast die 15-fache Bevölkerung pro km² hat. Allein mit diesem Fakt kommt man schnell darauf, dass hier die Natur die Arbeit übernehmen muss, während die Bevölkerung sich kaum anpassen muss. Und genau das merkt man, wenn man mal die Treibhausgasbilanz pro Kopf betrachtet: Finnland war jahrelang mit bei den weltweit höchsten Werten.
Und genau hier wird die Klimabilanz durch die riesigen Wälder gerettet. Die rechnerischen Mengen an CO², die durch den Wald aus der Luft gefiltert werden, retten die Rechnung und Finnland gilt weithin als klimafreundlich. In der realen Welt schwankt dieser Wert jedoch stark und steht Finnland meist schlechter da, als man sich selbst präsentieren möchte. Hinzu kommt, dass Finnland mit einer Treibhausgasbilanz pro Kopf in einem durchschnittlichen Bereich sogar eher dauerhaft negativ gerechnet werden müsste. Das Land steht also deutlich schlechter da, als es mit einem bewussten Natur- und Klimaschutz der Fall wäre.
Und damit zum Grand Prix auf Schotter:
Diesmal war die WRC2 wieder mit dabei. Thorsten startete stark in die Rallye und sicherte sich am ersten Tag die Führung mit 8 Sekunden Vorsprung auf Dominguez. Der zweite Tag verlief jedoch turbulent. Ein Dreher und zunehmende Fehler kosteten Zeit, wodurch er die Spitze an Dominguez verlor und mit 5 Sekunden Rückstand in den Finaltag ging. Dort kämpfte sich Thorsten zwischenzeitlich zurück an die Front, fiel aber vor der letzten Prüfung wieder auf Rang zwei zurück. Trotz eines Sieges in der Power Stage verpasste er den Gesamtsieg am Ende um winzige 2 Sekunden. Hinter Dominguez und Thorsten komplettierten Kajetanowicz, ?erný und Daprà die Top 5. In der Weltmeisterschaft führt Thorsten weiterhin souverän mit 40 Punkten vor Korhonen.
In der WRC startete Theodor mit einer sauberen und schnellen Fahrt in den finnischen Grand Prix. Obwohl er keine Fehler machte, reichte es in dem extrem engen Feld zunächst nur für den vierten Platz. Der Rückstand auf das Führungstrio aus Fourmaux, Ogier und Evans betrug nach der ersten Prüfung 4,6 Sekunden.
Der zweite Tag begann furios. Mit einer perfekten Fahrt am absoluten Limit sicherte sich Theodor den Sieg am Vormittag. Damit schob er sich in der Gesamtwertung auf den zweiten Rang vor und lag nur noch 2,5 Sekunden hinter Fourmaux. In der dritten Prüfung blieb er zwar am Limit, musste sich aber mit Rang fünf begnügen. Er fiel auf den dritten Gesamtrang zurück, hielt aber mit 7,6 Sekunden Rückstand auf die Spitze den Anschluss.
Der Finaltag startete mit einem Schreckmoment. Theodor drehte sich früh von der Strecke und landete in den Büschen. Er hatte Glück im Unglück und verfehlte die massiven Bäume, beschädigte sich jedoch leicht den Kühler. Trotz einer beherzten Aufholjagd reichte es auf der Etappe nur für Platz zehn. Da auch der bisher führende Fourmaux patzte, fand sich Theodor auf dem dritten Gesamtrang wieder. Er lag nun 5 Sekunden hinter dem neuen Führungsduo Ogier und Evans.
Im großen Finale konnte Theodor das extreme Tempo an der Spitze nicht ganz bis zum Ende mitgehen. Er verlor über die Distanz an Boden und beendete die Power Stage auf dem vierten Rang. In der Gesamtwertung der Rallye Finnland bedeutete dies den dritten Platz mit 11 Sekunden Rückstand auf den Sieger Ogier. Das Podium war dabei ein echtes Millimeterspiel. Elfyn Evans rettete winzige 0,5 Sekunden Vorsprung auf Theodor ins Ziel, während der heranstürmende Fourmaux am Ende nur 0,4 Sekunden hinter Theodor auf Rang vier landete.
Durch den Sieg von Sébastien Ogier und den dritten Platz von Theodor ist das Polster an der Tabellenspitze deutlich geschrumpft. Theodor führt die Weltmeisterschaft nun mit nur noch 26 Punkten Vorsprung vor Ogier an. Hinter dem Franzosen klafft eine größere Lücke von 40 Punkten auf Elfyn Evans, gefolgt von Adrien Fourmaux und Thierry Neuville.




