Rally des Andes

Argentinien ist ein weiteres ehemaliges Kolonialland, dass nach einer relativ frühen Unabhängigkeit weiterhin mit den Problemen kämpfen musste, die von den Europäern „importiert“ wurden. Doch trotz dieser Umstände waren besonders die Städte schnell lebenswert und waren damit weiterhin ein Auswanderungsziel für Europäer.

Argentinien schaffte es so Mitte des 20. Jahrhunderts eines der reichsten Länder zu werden, verlor dabei aber immer mehr den größten Schatz: Die ursprüngliche Bevölkerung. Indigene Völker wurden nicht nur in der Kolonialzeit, sondern auch danach durch Argentinier stark verfolgt und zum Teil regelrecht ausgerottet. Eine wirkliche historische Kultur ist in der Region damit fast vollständig ausgelöscht und Menschen mit indigenen Vorfahren sind eine sehr starke Minderheit.

Die heutige Bevölkerung ist dagegen eher eine Mischung aus Spaniern und Italienern, während auch Deutsche so stark vertreten sind, dass sie eigene Medien in deutscher Sprache haben. Aufgrund der „neuen“ Bevölkerung strebte man aber auch immer den europäischen Idealen hinterher und wechselte somit auch zu einer Demokratie. Argentinien schaffte es jedoch direkt in eine Wirtschaftskrise zu schliddern und kämpft seit dem gegen Armut und ein starkes Wohlstandsgefälle. Das Land versuchte durch viele Sparkurse den Haushalt wieder auf Vordermann zu bringen, doch verschlimmerte damit die Probleme der Bevölkerung noch mehr. Gleichzeitig wurde die Inflation immer stärker und brachte fast die Hälfte der Argentinier unter die Armutsgrenze.

Erst in den letzten Jahren wurde das Land wirtschaftlich wieder stabiler und liberaler. Es ist jedoch weder abzusehen, ob sich Argentinien langfristig stabilisiert, noch wie lange der aktuelle politische Kurs beibehalten werden kann. Darüber hinaus kann man auch die Freiheit der Wahlen hinterfragen, da an das Wahlergebnis Hilfen für das Land geknüpft waren. Ebenso werden die Indigenen Völker weiter stark unterdrückt und können zum Teil nicht einmal ihre Rechte aus der argentinischen Verfassung durchsetzen.

Und damit kommen wir zu Rally:

Der Start verlief für Theodor zunächst etwas verhalten. Auf der ersten Wertungsprüfung fühlte er sich mit dem anspruchsvollen Terrain noch nicht ganz wohl. Er konnte nicht direkt am Limit fahren und leistete sich ein paar kleine Fehler. Trotz der Unsicherheit hielt er den Schaden in Grenzen. Ohne größere Probleme am Auto beendete er den ersten Tag auf dem zweiten Platz. Sein Rückstand auf den Führenden Sébastien Ogier betrug dabei lediglich 2,2 Sekunden.

Der zweite Tag brachte leider keine sofortige Besserung. Theodor kämpfte weiterhin mit kleinen Fehlern und fand nicht zu seiner gewohnten Form. Er verlor weitere wertvolle Zeit auf die Spitze. In der Gesamtwertung rutschte er dadurch auf den dritten Rang ab. Mit einem Rückstand von insgesamt 8,7 Sekunden lag er nun nicht mehr nur hinter Ogier sondern auch hinter Fourmaux.

Am Finaltag wendete sich das Blatt für Theodor. Auf der dritten Wertungsprüfung fand er endlich seinen Rhythmus und fuhr nahezu fehlerfrei. Mit einem starken Etappensieg verkürzte er den Abstand nach ganz vorne um 1,4 Sekunden. Damit schob er sich wieder auf den zweiten Gesamtrang vor und ging mit 7,3 Sekunden Rückstand in das große

In der abschließenden Power Stage setzte Theodor alles auf eine Karte. Er fuhr absolut am Limit und holte alles aus seinem Fahrzeug heraus. Diese riskante Fahrweise zahlte sich aus, denn er gewann die Etappe mit einem Vorsprung von 9 Sekunden. In der Endabrechnung reichte diese furiose Fahrt für den Gesamtsieg. Theodor gewann die Rallye Argentinien mit 2,4 Sekunden Vorsprung vor Ogier. Die weiteren Plätze belegten Fourmaux, Katsuta, Evans, Munster, Solberg und Greensmith.
Durch diesen Erfolg baut Theodor seine Führung in der Meisterschaft weiter aus. Er liegt nun beachtliche 47 Punkte vor Ogier. Dahinter folgen Evans, Fourmaux und Neuville auf den weiteren Rängen.

Theodor Nygard