Aztec Rally

Es ist weithin bekannt, dass Mexiko mit den typischen Problemen zu kämpfen hat, die die meisten Ländern nach der europäischen Besetzung und Ausbeutung hatten: Ein instabiles Regierungsgebilde (mit über 150 Verfassungsänderungen seit 1917), Unruhen im Volk und im Falle von Mittel- und Südamerika kommen noch extreme Drogenkriege dazu.

Doch auch wenn die Herausforderungen des Landes den meisten bekannt sind, so hat man auch Chancen erkannt. Insbesondere der Tourismus ist für Mexiko sehr lukrativ, da man so zum einen ausländische Devisen, als auch positive Mundpropaganda für sich gewinnen kann. Ein weiterer Vorteil sind die vielen Wirtschafsverhältnisse Mexikos mit anderen Ländern und kann sich so über den Tourismus auch für Investitionen in ein gutes Licht rücken. Für den Tourismus wurde so z.B. auch die Stadt Cancún fast vollständig umgebaut und weist, im Gegensatz zum restlichen Land, eine sehr geringe Kriminalität auf.

Allerdings ist genau die Kriminalität und die hohe Korruption ein sehr starkes Problem des Landes. Abseits davon gibt es aber sehr viele Welterbestätten und touristische Ziele. Der Kampf gegen die Probleme kann jedoch nur schwer einen Erfolg verbuchen, wenn das Land weiterhin so instabil bleibt und selbst Wahlen für die Teilnehmer mit tödlichen Folgen enden kann. Die Unruhen, die seit den Europäern im 16. Jahrhundert geschaffen wurden, sind auf absehbare Zeit aber nicht zu lösen. Es ist somit schon regelrecht schade, dass Mexiko trotz Unabhängigkeit Anfangs des 19. Jahrhunderts nicht auf einen friedlichen und geordneten Pfad kommt. Die Anfänge sind mit den touristischen Zielen zwar schon geschaffen, doch das Land muss diesen Weg noch viel mehr verfolgen und aufzeigen, dass in der Kultur und den Menschen der wahre wirtschaftliche Gewinn steckt. Erst wenn sich die Kriminalität nicht mehr lohnt, kann das Land dauerhaft aufblühen. Im Fall von Mexiko ist das aber noch ein langer Weg, da die sozialen Spannungen noch viel zu stark sind.

Und damit kommen wir zur Rally:

Am ersten Tag kam Theodor trotz des niedrigen Tempos der Etappen gut zurecht und hatte nur kleine kosmetische Schäden. Er blieb aber durchgehend frei von gröberen Schnitzern und konnte den Tag so als vierter mit nur 14 Sekunden Rückstand beenden.

Am zweiten Tag schlichen sich jedoch Fehler und schließlich ein Dreher ein, bevor sich am Nachmittag die Motorhaube löste und die Sicht erschwerte. Theodor verlor dadurch Zeit und war nun 28 Sekunden hinter der Spitze. Er konnte sich aber weiter auf Rang 4 halten.

Am letzten Tag war er wieder fehlerfrei unterwegs, konnte aber nicht auf die Spitze aufholen. Auf der Power Stage verpasste er zudem um nur 0,4 Sekunden den Sieg, während er um eine Sekunde vierter der Gesamtwertung hinter Ogier, Evans und Fourmaux wurde. Der Rückstand zu Ogier betrug hingegen 28 Sekunden.

In der Meisterschaft ist Theodor nun nur noch 5 Punkte vor Ogier, dahinter folgen Fourmaux, Evans und Neuville. Die nächste Rally wird die Safari Rally in Kenia.

Theodor Nygard